Vernatlantis und das Weserbergland

Verfolgen Sie die Geschichte eines alten Hauses und der neuen Besitzer. Lesen Sie Geschichten und Informationen aus einer kleinen aber lebendigen Gemeinde. Lernen Sie die Menschen, die Umgebung, die Städte und Flüsse kennen.   Erleben Sie unser VernAtlantis. Die Erlebnisse der ersten Jahre jetzt als Buch: Vernatlantis: ISBN-10: 3839107555

Bild_51Kapitel 4:
Schreck Mal

Die Versteigerung ist gelaufen. Ich frage Herrn X vorsichig, wann ich denn in das Haus darf.
Er schaut mich mit einem süffisanten Lächeln an und meint:
"Sie haben das Haus soeben ersteigert und mit dem Zuschlag gehört es Ihnen. Das Haus ist unbewohnt, also können Sie sofort rein."
Ein wenig Stolz auf meinem "Sieg" verlasse ich das Amtsgericht. Denk Mal- ich komme!

Natürlich lasse ich es mir jetzt nicht mehr nehmen mein neues Eigentum endlich von innen zu sehen und so schwinge ich meinen zarten Körper ins Auto, um nach Verni zu fahren.
Das Haus erwartet mich mit seinen traurig ausschauenden, mit Brettern verschraubten Fenstern und Türen. Erwartet es mich? Ruft es nicht leise um Hilfe?

Wo soll ich mir Zutritt verschaffen? Ich überlege kurz und entschließe mich für den direkten Weg durch die Haustür. Die Bretter sind schnell mit dem Akkuschrauber abgeschraubt. Allerdings erwartet mich unerwarteter Weise eine verschlossene Eingangstür. Ich hatte damit gerechnet, eine aufgebrochene Tür vorzufinden. Meine zaghaften Einbruchsversuche werden vom Nachbarn registriert und ein böse dreinschauender Mensch kommt auf mich zu. Schnell kann ich die Situation aufklären und des Nachbarn Blick wird freundlich.
Er führt mich zur Rückseite und zeigt mir ein weiteres verschraubtes Fenster. "Also hier müssten Sie reinkommen. Die Fensterscheibe hinter dem Brett ist nicht mehr vorhanden."

Okay, also schraube ich die Bretter mit Hilfe meines neuen Nachbarn ab.

Der Blick ins Innere des Hauses liegt jetzt frei. Meine himmelblauen Augen weiten sich. Ein leises Pfeifen ertönt neben mir und den Blick gen Himmel gerichtet meint mein Nachbar:
" Da werden Sie aber einen großen Container brauchen!"

"Ich denke, einer wird nicht reichen", höre ich mich sagen.
Wir schauen in einem etwa 2 mal 3 Meter großen Raum, der Boden bedeckt mit Schutt und Müll.

Mein neuer Nachbar verabschiedet sich und ich steige ins Denk Mal. Der Schreck hängt mir noch in den Gliedern. Sicher, wir haben nicht damit gerechnet ein bewohnbares Haus vorzufinden aber so was nun auch nicht erwartet.

Ich bewege mich langsam zum Zimmereingang. Es ist nicht sehr hell aber es reicht um den Müll zu studieren, *heul
Dann erreiche ich den Vorraum, und auch hier sieht es nicht viel besser aus. Ich stelle fest, dass ich mich in den, als Keller genutzen, Räumen befinde. Dann erreiche ich den Flur, der relativ hell ist, da ich ja die Bretter von der Eingangstür entfernt habe und nun das Sonnenlicht durch die Türscheiben ins Haus fällt.
Hier leben zwar eine Menge Spinnen, die fleißig Netze gespannt haben aber ansonsten hält sich der Dreck in Grenzen. Ich scheine den Müllbereich verlassen zu haben. Die Zimmer rechts und links liegen noch im Dunkeln. Ich fotografiere mit Blitz und hoffe, dass ich später auf den Bildern etwas erkennen kann. Dann erklimme ich die Treppe zum 1. OG.
Und, oh Wunder, auch hier hält sich der Müll in Grenzen. Allerdings sind die technischen Anlagen, wie Elektroleitungen, Zählerschrank, Wasserleitungen etc. fast überall gekappt und geklaut.

In den Wänden finden sich immer wieder Löcher Trotzdem, es ist nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Erleichtert beende ich meine erste Besichtigungstour.

 

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ISBN-10:
3839107555