Vernatlantis und das Weserbergland

Verfolgen Sie die Geschichte eines alten Hauses und der neuen Besitzer. Lesen Sie Geschichten und Informationen aus einer kleinen aber lebendigen Gemeinde. Lernen Sie die Menschen, die Umgebung, die Städte und Flüsse kennen.   Erleben Sie unser VernAtlantis. Die Erlebnisse der ersten Jahre jetzt als Buch: Vernatlantis: ISBN-10: 3839107555

Bild_3Kapitel 3:
Versteigerung

Gesagt, getan. Ich opfere für den Versteigerungstermin einen Tag Urlaub. Es ist ein Mittwoch, Donnerstag ist ein Feiertag und am Freitag könnte ich noch ein paar Überstunden abfeiern. Es bietet sich ein langes Wochenende an und ich nutze die Chance. Mein Chef ist mal ausnahmsweise nett zu mir und genehmigt mir das verlängerte Wochenende. Mein Kollege ist noch netter und vertritt mich, ansonsten wäre mein Chef nicht nett gewesen; Sie wissen was ich meine? *LOL

So schäle ich mich am Mittwoch früh aus dem Bett, schwinge mich ins Auto und beglücke die deutschen Straßen für etwa 2 Stunden mit meiner Anwesenheit. Die Sonne lacht vom Firmament als ich in Hofgeismar eintrudel. Natürlich bin ich zu früh da - lieber zu früh als zu spät. *gg

So verbringe ich eine nervöse Stunde vor dem Gerichtsgebäude. Immerhin bin ich zum ersten Mal auf einer Versteigerung und weiß ich nicht, was mich erwartet.

Endlich naht die Zeit und der Rechtspfleger, Herr X.
Ein kleiner Gruß und ich betrete den leeren Saal.

Nach ein paar Minuten startet pünktlich zur festgesetzten Zeit die bürokratische Maschinerie.

"Hiermit eröffne ich....., Aktenzeichen...., Sache..." Inzwischen ist auch der Bankvertreter zugegen aber ansonsten niemand. Ziemlich beeindruckt hänge ich an den Lippen von Herrn X, denn man hat mir vorab mitgeteilt, dass bei der Eröffnung die wichtigen Aspekte, wie Löschung von Eintragungen etc., genannt werden. Null Ahnung ist mein Partner und so hilft man mir ein wenig auf die Sprünge und erklärt mir den Sachverhalt auch paragrafendeutschfrei.

Dann darf ich mein Gebot abgeben. Das ist dem Bankmenschen allerdings noch zu tief angesetzt. Nun ja, man kann es ja mal versuchen *gg

Da wir ein wenig einsam im Saal herum sitzen und somit auch keine weiteren Interessenten mit bieten, feilschen wir noch ein wenig und einigen uns dann auf einen für beide Seiten annehmbaren Preis. Den biete ich und der wird auch vom Gericht anerkannt.

So bin ich denn nun Höchstbieter - aber noch gehört mir nicht der Zuschlag und noch weniger das Haus. Eine Versteigerung muss natürlich nach den Regeln und Gesetzen abgeschlossen werden und so warten wir die " Bierstunde" ab. Damit ist die halbe Stunde gemeint, die gewartet werden muss um verspäteten Bietern noch eine Möglichkeit zum Mitbieten zu geben.

Kinder, was kann eine halbe Stunde lang werden!

Wir erzählen uns Geschichten und Lügen aus unserer Jugend,- der Bankmensch, Herr X und ich.

Dann schaut Herr X endlich auf seine Uhr und erklärt den Akt förmlich als beendet: "Hiermit schließe ich..., Zuschlag..., Höchstbieter ..., Aktenzeichen..."

3 -2- 1 - MEINS!!!
(Für die Beschwerer: Ja, es heißt natürlich Bietstunde, aber Bierstunde klingt doch viel besser, oder? Prost!)

 

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ISBN-10:
3839107555