Vernatlantis und das Weserbergland

Verfolgen Sie die Geschichte eines alten Hauses und der neuen Besitzer. Lesen Sie Geschichten und Informationen aus einer kleinen aber lebendigen Gemeinde. Lernen Sie die Menschen, die Umgebung, die Städte und Flüsse kennen.   Erleben Sie unser VernAtlantis. Die Erlebnisse der ersten Jahre jetzt als Buch: Vernatlantis: ISBN-10: 3839107555

Vernatlantis Vol. 2
Kapitel 81:

Go 2010

 

Der Sommer neigt sich dem Ende, der Herbst zieht an uns vorbei und schon steht der Winter wieder vor der Tür.

Ein erlebnisreiches Jahr liegt hinter uns und in Verni wollen wir nun das vergangene Jahr verabschieden. Wir werden bei Klinge feiern. Aber eigentlich können wir nicht mehr „bei Klinge“ sagen, denn Silvester werden die Nickels Wilfrieds Kneipe übernehmen.

 

So fahren wir zum Jahresabschluss wie so oft in Richtung Verni. Schnee erwartet uns als wir einen Tag nach Weihnachten wieder Hessen unsicher machen.

Die Zeit bis 2010 verbringen wir mit faulenzen.Irgendwann raffe ich mich dann doch auf und entschließe mich, die Tapeten im unteren Raum abzureißen damit neue Tapeten die Wand verzieren können.

Der Raum ist wieder gut gefüllt. Hier finden sich die Ebayschnäppchen, die ich im Herbst wieder ersteigert habe. ;-)

Da liegen die Türen, die ich mit Henning in einer Nacht und Nebelaktion abgeholt habe. Henning hat mal wieder Ebaytransportfahrer gespielt und mit mir 4 Innentüren mit Zargen abgeholt. Abends kamen wir dann in Verni an und haben erst einmal Maria die Krone abgebrochen.

Morgens wachten wir dann gemeinsam im Doppelbett auf ohne geknutscht zu haben, sahen aber so aus.

Es finden sich die Paneele, die in Kamen den Besitzer wechselten und die Reise nach Hessen antraten. Übergeben wurden die Paneele von zwei netten, jungen Herren, die ein altes Haus renovierten. Hah, wir sind nicht allein - noch ein paar Bekloppte!

Schon etwas länger im Raum befindlich, erwarten die Hängeschränke ihrer Bestimmung übergeben zu werden.


Das Abreißen der Tapeten erweist sich allerdings als fast unmöglich. Anscheinend sind die Dinger mit Superkleber angebracht worden. Trotz Anwendung allerlei Tricks verweigern sie die Mitarbeit und haften weiter an den Wänden. Nach einem Nachmittag und einem Quadratmeter gebe ich erst einmal auf.

 

Silvester naht also mit Tapeten an den Wänden und mit viel Schnee auf den Straßen.

Unser Sohn Sören mit Freundin naht auch, allerdings nur bis Bahnhof Höxter. Mama und Papa machen sich auf die Beiden dort abzuholen. 30 Kilometer so etwa, ein Klacks. Bei Schnee mehr ein Kacks.

Auf der Hälfte des Weges ereilt uns des Grauen in Form von „Sommerreifen, ganz vorsichtig fahren Fahrer“. Nach 20 Minuten über eigentlich schneefreier Straße schleichen wird mir warm ums Herz. Ich überlege, ob ich aussteigen und langsam zum Vorfahrer gehen, seine Fahrertür öffnen und ihm einen dicken, herzhaften Schmatzer auf die Wange drücken soll. Von der Fahrgeschwindigkeit her wäre dieser Liebesbeweis ohne Anstrengung möglich gewesen.

Ich verwerfe diesen Akt der Liebe und krieche weiter hinter Schleicher her.

Endlich, – Höxter – Bahnhof – Sören – Marlene – Heimweg.

 

Copyright by Peter G.A. Hölterhoff

 

Teil 1: Die Erlebnisse der ersten Jahre jetzt als Buch: Vernatlantis
ISBN-10: 3839107555