Vernatlantis und das Weserbergland

Verfolgen Sie die Geschichte eines alten Hauses und der neuen Besitzer. Lesen Sie Geschichten und Informationen aus einer kleinen aber lebendigen Gemeinde. Lernen Sie die Menschen, die Umgebung, die Städte und Flüsse kennen.   Erleben Sie unser VernAtlantis. Die Erlebnisse der ersten Jahre jetzt als Buch: Vernatlantis: ISBN-10: 3839107555

Kapitel 62:
Katzenkunst
Ein Wochenende Verni- Pause.


Wir haben in Bielefeld Termin: Konzert. Akkordeon- Festival, Eve spielt mit „ihrem“ Akkordeonorchester und daher wollen wir dabei sein. Das Festival wird zur Nervenprobe- der Ablauf wurde kurzfristig geändert und ein Wettbewerb vorab mit ins Programm genommen.
Kennt ihr Musikwettbewerbe mit Jury und so? So richtig KUNST? So richtig schwer?

Hier: Akkordeon und 2. Instrument.
Kunst, sage ich euch, ist grausam. Da stehen 2 Mädels oben auf der Bühne und der Ansager sagt: "Sie bekommen jetzt was auf die Ohren" - und der meint das ernst.

Die Mädels quieken mit den Instrumenten, dass Schmerz durch unsere Gehörgänge jagt. Mir fällt die Kinnlade runter. Und die spielen und spielen, boh.
Die nächsten 2 besteigen die Bretter, die das Foltern bedeuten und der Ansager meint, wir würden jetzt etwas hören, was wir noch nie gehört hätten. Hätten wir das besser nie gehört. Wundervolle Klänge martern uns. Katzen totschlagen hört sich ähnlich an. Meine Fußnägel klappen hoch.

Und die spielen und spielen und spielen...

Langsam liegen meine Nerven blank. Leises Murren erfüllt den Saal. Aber die Folter nimmt kein Ende. Gruppe für Gruppe besteigt das Podium. Mir schwillt der Kragen. Ruhig bleiben, Peter, gaaaanz ruhig bleiben. Hinter mir brüllt jemand: "Ich glaube, die verarschen uns!"

Genau.

Die armen Mädels da oben spielen vielleicht sogar sehr gut, nur leider fürs falsche Publikum und nur für Juryohren geeignet. Krasse Fehlplanung.

Von 20 bis 21:30 Uhr warten wir vergebens auf flotte Musik und müssen den Katzenjammer ertragen.
Dann kommt zwar echte Musik aber da sind Gemüt und Ohren schon hinüber. Der Abend war für die Katz. Ich gestehe, ich war etwas stinkig, denn immerhin haben wir für die Tierquälerei Eintritt bezahlt.

Noch schlimmer: Ich konnte nicht einmal mein Gehör mit Alkohol betäuben, denn....

Da steht ein Männlein am Fass, der meint er könne zapfen. Ein Pils braucht sieben Minuten – johh.

Auch wenn 100 Männer ihre Ohren betäuben wollen, johhhh. Vorzapfen? Was ist das denn?

Der müsste in Verni auf der Kirmes hinterm Tresen stehen. Entweder würden alle Vernis Antialkis oder der Mensch würde innerhalb einer halben Stunde lernen, hundert Bier in 2 Minuten zu zapfen.

( Ich denke, eher letzteres)

Endlich bekomme ich mein Bierchen, nach 10 Minuten nochmal schön durchgezapft. Die Brühe läuft am Glas entlang und saut den Tresen ein. Ich soll tatsächlich mit dem tropfenden Etwas durch die ganze Halle laufen und mich einsauen? Ich nehme mir des Zapfens ;-) Putzlappen und mache mein Glas transportfähig.

So schaffe ich bis 24 Uhr 2 schöne, leckere Bier.
Friede meiner Asche.