Vernatlantis und das Weserbergland

Verfolgen Sie die Geschichte eines alten Hauses und der neuen Besitzer. Lesen Sie Geschichten und Informationen aus einer kleinen aber lebendigen Gemeinde. Lernen Sie die Menschen, die Umgebung, die Städte und Flüsse kennen.   Erleben Sie unser VernAtlantis. Die Erlebnisse der ersten Jahre jetzt als Buch: Vernatlantis: ISBN-10: 3839107555

Bild_1Kapitel 20:
Fr. 10.08.07
Weltreise

In der Woche wird die Internetauktionsplattform regelmäßig von uns durchforstet. Diesmal versuchen wir die fehlende Treppe zum Dachgeschoss zu ersteigern. Ich habe eine rechtsgewendelte Buchentreppe gefunden. Sie ist zwar etwas zu breit aber das müsste sich anpassen lassen. Ich versuche mein Glück und bekomme den Zuschlag. Der Preis ist super, allerdings muss ich das Ding jetzt in Baden-Württemberg abholen. Klein Karlchen wird die Treppe nicht bewältigen können, also brauche ich ein größeres Auto.

Mehr aus Spaß frage ich einen Arbeitskollegen, ob er nicht Lust hat, mit mir eine Weltreise zu machen. Freudestrahlend und echt begeistert hat Henning tatsächlich Lust. Allerdings hat seine Frau Geburtstag und es stehen noch ein paar Überredungskünste an. Seine Frau muss ihn furchtbar lieben, denn sie gibt ihm für Freitag geburttagsfrei. Vielleicht will sie aber auch nur ihre Ruhe haben *LOL*.

TreppeSo steht unserer Weltreise nichts mehr im Wege. Freitag Mittag machen wir etwas früher Feierabend. Henning hat seinen großen Fiat mit Anhänger mitgebracht. Wir packen noch etwas Werkzeug ein und starten dann zu der ersten etwa 300 km Etappe. Mit Anhänger dürfen wir uns nur mit 100 km/h über die Autobahnen bewegen. Mehrere Staus umfahren wir. Um etwa 16 Uhr trudeln wir an der Schreinerei ein. Da die Treppe ein aufgebautes Ausstellungsstück ist, müssen wir es erst einmal sachgerecht zerlegen. Der Schreinermeister hilft uns freundlicherweise dabei. Schnell sind die Einzelteile verstaut, dafür bekommen Henning und ich langsam Hunger. Der Schreinermeister empfiehlt uns eine kleine Gaststätte, in der man gut Essen können soll.
Bevor wir die nächsten 360 km nach Verni in Angriff nehmen, fahren wir also erst einmal an der Gaststätte vorbei. Eine reservierte, ältere Dame bedient uns und sieht uns dabei an, als hätten wir ihr auf die Füße getreten. Ihre Art unsere Wünsche entgegen zu nehmen ist auch nicht viel freundlicher. Wir mümmeln uns das kostengünstige und reichliche Essen in die Leiber. Ich lasse es mir nicht nehmen, der guten Dame fast 4 Euro Trinkgeld zu geben. Das entsetzt, erstaunt, ungläubige Gesicht und das leicht angedeutete Lächeln ist mir die Sache wert *gg*

Dann geht’s wieder auf die Autobahn. Henning ist immer noch gut drauf. Erstaunlich dieser Mensch.
Ca. 21 Uhr : Bei strömenden Regen kommen wir am DenkMal an. Es ist schon dunkel und wir sind nass. Dafür ist die Treppe an ihrem Bestimmungsort.

Wir besuchen das Bistro am Fluss um zu Abend zu essen. Mittlerweile ist es nach 22 Uhr und die Küche geschlossen. Die Chefin ist aber noch so nett und bietet uns Fleischspieße an, die wir gern annehmen.

Vollgefressen starten wir zur letzten 220 km Etappe. Henning zeigt leichte Ermüdungserscheinungen aber ist immer noch gut drauf. Was hätte ich ohne den Kerl gemacht? Um etwa 1 Uhr nachts trudeln wir wieder in Hagen ein.

Ich würde Henning am liebsten knutschen, aber ich denke, der große Bär würde mich dann etwas entsetzt ansehen. Also überlasse ich das „Henning knutschen“ seiner Frau, die ziemlich lange auf ihr Geburtstagsgeschenk warten musste.
Ein herzliches Dankeschön an die Beiden.