Vernatlantis und das Weserbergland

Verfolgen Sie die Geschichte eines alten Hauses und der neuen Besitzer. Lesen Sie Geschichten und Informationen aus einer kleinen aber lebendigen Gemeinde. Lernen Sie die Menschen, die Umgebung, die Städte und Flüsse kennen.   Erleben Sie unser VernAtlantis. Die Erlebnisse der ersten Jahre jetzt als Buch: Vernatlantis: ISBN-10: 3839107555

Bild_3Kapitel: 12
Weserbeleuchtung
Sa. 14.07.07

Wir haben eigentlich Wochenendstimmung. Das Wetter ist sonnig aber schwül.
Ich entferne die Bretter vor den Fenstern auf der linken Seite. Es werde Licht – im Raum.
Das Licht offenbart Schäden in 2 Deckenbalken. Vorsichtshalber stelle ich Balken zur Verstärkung darunter. Einen Balken leiht mir freundlicherweise Edi – ohne unsere netten Nachbarn hätten wir einige Probleme mehr.
Die defekte Scheibe wird durch eine neue ersetzt. Mutter geht wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und meditiert *gg.

Als Sichtschutz kommen noch ein paar billige Vorhänge vor die Fenster – tarnen, täuschen und verbergen – es sieht von außen gleich manierlicher aus.


WeserbeleuchtungBild: Weserbeleuchtung bei Lippoldsberg

Die Hitze wird unerträglich und wir entschließen uns, das Wochenende einzuläuten. Heute Abend ist in Lippoldsberg Weserbeleuchtung. Regen verkürzt uns die Wartezeit, doch spät nachmittags zeigt sich die Sonne wieder. Mama besteht darauf, dass Papa seine frische, weiße Hose anzieht.
Warum soll ich mich bei einem Dorffest in Schale schmeißen? Mann versteht es zwar nicht aber gehorcht *LOL.

Wir kommen bei schönstem Sommerwetter in Lippoldsberg an. Für den Besuch des feuchten Festplatzes zahlen wir 2 Euro pro Person Eintritt. Eine Bratwurst schaut mich an und ich kann nicht widerstehen. Mama will eine Currywurst, gut dann nehme ich auch eine. Ihr glaubt nicht, wie lange es dauern kann 2 Currywürste zu fabrizieren. Es scheint in Lippoldsberg nicht nach der Reihe zu gehen, sondern nach undefinierbaren Regeln. Nach etlichen Minuten halte ich endlich die Würste in den Händen und beim Verzehr der meinigen trudelt ein Stück ins Gras, nicht ohne vorher mein Hemd zu versauen. Denk Mal an, fängt ja gut an.
Kim findet das allerdings sehr nett von mir und verspeist das Stück Wurst mit freudigen Schwanz wedeln.

Wildschweinbuffet Bild: Gasthaus Zum Anker - Wildschweinbuffet

Da ich leider von der Wurst nicht satt geworden bin, kehren wir im nahen Gasthaus Anker ein.
Vor dem Eingang ist ein Buffet aufgebaut. Wir schleichen uns vorsichtig fragend ran: Wildschwein, all you can eat. Da schlagen wir doch gleich zu. Der Chefkoch schneidet persönlich die Fleischscheiben ab und erzählt uns dabei, dass er das Schwein acht Stunden am Spieß hatte.
Na, Hauptsache dem Schwein ist nicht schwindelig geworden *gg.

Kinder, ist das wild gedrehte Schwein lecker.

Wildschweinbraten Bild: Wildschwein vom Spieß

Die erste Portion haben wir gerade verputzt, da geht ein wahres Unwetter mit Blitz und Donner und noch mehr Regen über uns und Lippoldsberg nieder. Wir verziehen uns etwas nass von der Terrasse in die Gaststube. Noch ist es hell und die Weserbeleuchtung noch nicht ins Wasser gefallen. Vielleicht verzieht sich das Unwetter wieder. Und richtig, später am Abend hört es auf zu regnen.
Die Sonne geht unter und erwartungsvoll schauen wir zum gegenüberliegenden Weserufer.

WeserliedblasenBild: Das Weserlied geblasen

Dort leuchten Lichter auf und kleine Wasserspiele, angestrahlt mit bunten Strahlern sprühen Fontänen in die Luft. Etwas enttäuscht warten wir auf mehr – wo sind die Lichterketten, die schwimmenden Kerzen auf der Weser, wo die Flammenwände? Da haben wir wohl zu viel erwartet.

Allerdings wird das ganze Spektakel fast ausschließlich ehrenamtlich auf die Beine gestellt und das Rahmenprogramm mit Blasmusik und Freilichtdisco gibt es ja auch noch.

Als wir so vor der Weser stehen, beginnt die Verlosung mit der Durchsage der Gewinnnummern. Jede Eintrittskarte nimmt daran Teil. Marion und ich machen unsere Scherze und holen unsere Karten heraus. Die Bühne mit dem Programm ist am anderen Ende der Uferpromenade und die Zahlen schweben lautsprecherverstärkt an unseren Ohren vorbei und schwimmen auf den dunklen Wellen der Weser dem Meer entgegen. ( Ich sollte Poet werden *LOL ) 

Schlammtanz Bild: Schlammtanz
Dann ein kleiner Aufschrei einer erregten Marion:“ Das war unsere Nummer.!“. Jetzt haben wir ein Problem – wir müssen irgendwie zu dieser Bühne. Diese Bühne ist nur 500 Meter entfernt, aber zwischen uns und der Bühne liegt eine nasse, aufgeweichte, zertrampelte Wiese. Ein Lehmfeld, schön matschig und glatt..Marion geht mit Kim los. Kim will zwar nicht so recht aber alle Bremsversuche enden mit Bauch durch Schlamm ziehen. Ich muss mich zwischen warten auf vielleicht doch noch mehr Beleuchtungseffekte fotografieren oder hinter Marion herschliddern entscheiden. Leider entschließe ich mich für das Schliddern.

Hunde Bild: Kleiner Hund, großer Hund

Mehrmals nehme ich beinahe ein Schlammbad, denn meine Schuhe finden kaum Halt. Rutschend und Arme wedelnd versuche ich in Richtung Bühne zu gelangen. Jetzt macht auch endlich meine weiße Hose Sinn – sie nimmt den braunen Lehm besonders gut auf und ich sehe hervorragend aus. Meine schwarzen Schuhe haben ebenfalls die Farbe braun an- und an Gewicht zugenommen.
Abenteuerurlaub in seiner schönsten Form.

 

Als Entschädigung für das Schlammbad erhalten wir als Gewinn eine Zitrone *LOL

---------------------Marion stößt mich gerade vom Laptop weg und will schreiben --------

Stopp....ganz so war es nicht. Hier muss ich mich mal einmischen. Die Rutschpartie war ja nicht nur für Peters schwarze Schuhe ein Erfolg, auch meine hellen sahen blendend aus und Kimmi hatte schöne kleine Lehmstiefelchen an ihren Pfoten. Ich komme also ziemlich genervt mit meinem blinden, hinterherschliddernden Hund bei der Bühnean, da verkündet der gute Mann, dass er unseren schönen Preis, ein Essen auf der Sababurg, gerade an eine andere Dame vergeben hat. Meine enttäuschten Worte:“Ich kam doch nicht durch den Schlamm!“, zeigten Wirkung. Statt den nächsten Preis zu verlosen, erhielten wir ihn: EINEN RUNDFLUG MIT EINEM SEGELFLUGZEUG!!!

-------------------Ich habe Marion gerade umgehauen *gg und übernehme wieder-----

Geil, wolle ( der Preis, nicht das Umhauen)..
Dafür kann man ein paar Schlammspuren hinterlassen, oder?

Die freiwillige Feuerwehr hat dann doch noch eine tolle Überraschung. Sie brennt ein hübsches Feuerwerk ab. So geht denn ein erlebnisreicher Tag mit Feuer, Rauch und Donnerschlag zu Ende.

Bilder: Feuerwerk in Lippoldsberg

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