Vernatlantis und das Weserbergland

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Neuerscheinung „Hessische Familiennamen – Namengeschichten, Erklärungen, Verbreitungen“ Prof. Hans Ramge, Germanist der Universität Gießen, legt Neuerscheinung „Hessische Familiennamen – Namengeschichten, Erklärungen, Verbreitungen“ vor

Ist Goethe ein hessischer Name? Warum leben die Waldschmidt hauptsächlich in Mittelhessen? Wie kamen die Dörsam, die Nuhn, die Klingelhöfer zu ihren Namen? Wie die Rothschild und Oppenheimer? Wer hessische Wurzeln hat, sich dem Hessischen verbunden fühlt und den eigenen Familiennamen erforschen möchte, der kann sich ab sofort leicht einen Überblick verschaffen. Die Gießener Germanist Prof. Dr. Hans Ramge, Emeritus der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), legt zum 1. September sein neues Buch „Hessische Familiennamen“ vor, erzählt „Namengeschichten“, liefert Erklärungen und untersucht Verbreitungen.

 

Prof. Hans Ramge möchte „Namen in Geschichten lebendig werden lassen“; er hat den mehrdeutigen Begriff „Namengeschichten“ bewusst gewählt. Mit seinem neuen Buch wendet sich der Sprachwissenschaftler in erster Linie an Leserinnen und Leser ohne besondere philologische Vorkenntnisse. Die Messlatte an sein jüngstes Werk legt er hoch: wissenschaftlich fundiert, historisch korrekt, aber allgemeinverständlich soll es sein. Ramge weiß: Leserinnen und Leser wollen nicht nur gut verständlich informiert werden; sie wollen sich auch unterhalten fühlen. Er schreibt lebendig, hat sich „ein paar persönliche Geschichten, ein paar flapsige, sehr subjektive Bemerkungen und manche heiter-ironisch gemeinten Kommentare erlaubt“ – ohne die Standards der Namenforschung zu verletzen oder unangemessen zu verkürzen.

Trägt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier einen hessischen Nachnamen, wenngleich der Name offenkundig französischen Ursprungs ist? „Hesse ist, wer Hesse sein will“, schreibt Ramge im zweiten Kapitel „Mein Name in Zeit und Raum“. Und er erklärt im Vorwort: „,Hessische Familiennamen‘ und ,Familiennamen in Hessen‘ sind verschiedene Stiefel, teils mit gleichen, teils mit ganz verschiedenen Namen gefüllt. Kaya ist zweifellos ein ,Familienname in Hessen‘, aber ebenso zweifellos kein ,hessischer Familienname‘. Aber ist nicht Bouffier (mittlerweile) ein hessischer Familienname, auch wenn es noch ein paar Bouffiers in Südfrankreich gibt? Oder Besier, den es als Namen in Frankreich gar nicht mehr gibt? Ist Eisenhower ein hessischer Familienname, weil die ersten Eisenhauers im südlichen Odenwald nachgewiesen sind? Ramges Resümee: „Die Zeit ist vergeudet, sich mit solchen Spitzfindigkeiten lange zu befassen und abgrenzende Brandmauern zwischen ,hessisch‘ und ,außer-hessisch‘ zu errichten. ,Hessische Familiennamen‘ als Titel dieses Buchs meint also nur, dass hauptsächlich und ohne künstliche Einschränkungen Familiennamen behandelt werden, die schwerpunktmäßig in Hessen vorkommen.“

Das Buch gliedert sich in drei große Teile. Der erste Teil (Kapitel 1 – 4) beschäftigt sich mit dem Umgang und dem Interesse am eigenen Namen. Er zeigt ausführlich auf, mithilfe welcher Strategien und welcher Hilfsmittel auch interessierte Laien die Geschichte eines Familiennamens in Hessen und seine Deutung erforschen können. Im zweiten Teil (Kapitel 5–10) werden die Entstehung und die geschichtliche Entwicklung der Familiennamen in Hessen in den wesentlichen Zügen dargestellt. Die Auswirkungen in der Gegenwart zeigen die abschließenden Kapitel 9 und 10. Einzelne Familiennamen und ganze Bündel von Familiennamen kommen heute schwerpunktmäßig in bestimmten Regionen vor und sind deshalb charakteristisch für diese Räume. Ergänzt wird die Darstellung in einem dritten Teil durch ein „Kleines Lexikon hessischer Familiennamen“.

Hans Ramge, geboren 1940 in Berlin, ist emeritierter Professor an der JLU. An der Universität Gießen hat er von 1970 bis 1975 und dann wieder ab 1978 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 germanistische Sprachwissenschaft gelehrt. Namenforschung und Sprachgeschichte im hessischen Raum gehören zu seinen langjährigen Forschungsschwerpunkten. Bereits seine Doktorarbeit hatte er über rheinhessische Orts- und Flurnamen geschrieben. Weit über die Region hinaus bekannt wurde Prof. Ramge als Leiter des hessischen Flurnamenarchivs; 1986 erhielt er für seinen „Hessischen Flurnamenatlas“ den Henning-Kaufmann-Preis für Namenforschung.

Justus-Liebig-Universität Gießen