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Städte

Bild_17Die Gemeinde Reinhardshagen liegt in Deutschland im südlichen Weserbergland direkt an der Weser. Reinhardshagen gehört zum Landkreis Kassel in Hessen.

Die Gemeinde entstand 1971 im Laufe der Gebietsreform aus den beiden Orten Vaake und Veckerhagen, deren Geschichte bis ins 9. bis 12. Jahrhundert zurückreicht. Der Name der Gemeinde leitet sich vom westlich des Ortes liegenden Reinhardswald ab. Am Ufer der Weser steht das barocke Jagdschloss des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel. In der einstigen Eisenhütte des Ortes wirkten Denis Papin und Robert Wilhelm Bunsen.

 

Das Gemeindegebiet umfasst 1.298 Hektar und reicht von der Landesgrenze zu Niedersachsen in der Wesermitte (159 Meter ü. NN) bis zum Gahrenberg (472,1 m ü. NN) und Staufenberg (472,2 m ü. NN) im Reinhardswald. Weserabwärts erstreckt sich das Gemeindegebiet noch drei Kilometer über die nördliche Ortsgrenze von Veckerhagen hinaus bis zur ehemaligen Jugendherberge und weseraufwärts bis zur südlichen Ortsgrenze von Vaake. Neben den historischen Ortskernen, die sich unmittelbar an der Weser befinden, ziehen sich Wohnbebauungen den Hang zum Reinhardswald hinauf bis an die Waldgrenze.

 

In Vaake mündet die Ahle in die Weser, in Veckerhagen der Hemelbach. Beide entspringen nur wenige Kilometer entfernt im Reinhardswald.

Reinhardshagen besteht aus den ehemals selbständigen Gemeinden Veckerhagen und Vaake, wobei Vaake wiederum aus dem Kernort und Vaake-Süd besteht, einem etwas abseits gelegenen kleinen Wohn- und Gewerbegebiet. In den 1980er Jahren ist ein Neubaugebiet zwischen Veckerhagen und Vaake entstanden. Hier befinden sich auch die Wesertalhalle (Bürgerhaus), eine Mittelpunktschule und Sportanlagen.

Die Luft in diesem Oberwesergebiet ist außergewöhnlich rein. So liegt die mittlere Partikelkonzentration im niedrigsten Messbereich zwischen null und zehn Mikrogramm je Kubikmeter Luft (Quelle: Umweltbundesamt)

Der normale Wasserstand der Weser beträgt in Reinhardshagen je nach Jahreszeit 35 bis 110 Zentimeter. Durch die nahen Quellflüsse Fulda und Werra, die Schmelz- und Regenwasser aus der Rhön und dem Thüringer Wald mit sich führen, steigt der Wasserstand regelmäßig fast jedes Frühjahr stark an. Dies kann dann zu Überflutungen der ufernahen Straßen in Vaake und Veckerhagen führen. Die Autofähre stellt ihren Verkehr ab einem Pegelstand von 2,7 Metern ein.

In beiden Ortsteilen finden sich zahlreiche Fachwerkhäuser verschiedener Epochen, vorwiegend aus dem 17. Jahrhundert. Viele davon sind reich verziert und tragen Sinnsprüche auf dem Rahmholz. Am Weserufer des ehemaligen Fischerdorfes Vaake bilden Fachwerkhäuser mit teils niederdeutschem Einfluss, zum Beispiel der charakteristischen großen Mitteldiele, den Abschluss der 30 Meter breiten Uferpromenade. In dieser Häuserzeile befindet sich auch die evangelische Kirche aus dem 13. Jahrhundert.

In Veckerhagen gruppieren sich die Fachwerkhäuser rund um die Kirche teilweise zu geschlossenen Ensembles. Besonders auffällig ist das heute freistehende Wohn- und Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Gehöftes der Familie Albrecht aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit zwei Stockwerken, heute "Amtsstuben".

Das Veckerhäger Schloss ist eine barocke Dreiflügelanlage und liegt nahe am Weserufer. Es wurde neben der 1430-1431 errichteten (und durch Brände 1914 und 1967 weitgehend zerstörten) "alten" Burg im Auftrag des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel als Jagdschloss erbaut. In der Literatur werden verschiedene Baujahre zwischen 1683 und 1694 vorgeschlagen. Mögliche Architekten sind Paul du Ry oder Johann Konrad Giesler.

Das Schloss und die dazu gehörende Domäne besaß im 18. Jahrhundert die Reichsgräfin Barbara Christine von Bernhold, ihrerseits seit 1721 Geliebte des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel. Nach ihrem Tod ging der Besitz 1770 an den Landgrafen Friedrich II. von Hessen, das heißt an die Landesherrschaft, zurück und wurde 1810 in der Zeit des westfälischen Königreichs von König Jérôme Bonaparte für 2000 Reichstaler an die Vorfahren der Fabrikantenfamilie Habich aus Kassel verkauft, die es noch heute einschließlich der daneben liegenden Farbenfabrik besitzt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Überregionale Anziehungskraft übt die alljährlich am ersten Wochenende im August stattfindende Weserbeleuchtung der Freiwilligen Feuerwehr Reinhardshagen aus, eine Großveranstaltung, die abwechselnd in Vaake und Veckerhagen am Weserufer durchgeführt wird. Hierbei werden nach Einbruch der Dunkelheit hunderte von schwimmenden Lichtern oberhalb von Vaake auf die Weser gesetzt, die dann wie ein Lichterteppich an beiden Ortsteilen und Tausenden von Schaulustigen vorbeiziehen. Einbezogen in den Veranstaltungsablauf ist auch der gegenüber liegende Ort Hemeln, an dessen Weserufer das abschließende Höhenfeuerwerk gezündet wird.

 

Regelmäßig an jedem dritten Wochenende im August findet in Vaake "unterm Dreschschuppen" das Fest der Vereine statt. Bei diesem handelt es sich um ein von Freitag bis Montag andauerndes Volksfest.

In Veckerhagen findet am zweiten Adventswochenende ein Weihnachtsstimmung genannter Weihnachtsmarkt statt, der vom Gewerbeverein organisiert wird. Ebenfalls vom Gewerbeverein organisiert wird die alle 2 Jahre in der Wesertalhalle stattfindende Gewerbeschau, bei der alle heimischen Gewerbetreibenden ihre Unternehmen repräsentieren.

Der Modellbauclub Lilienthal veranstaltet alljährlich im Sommer auf dem Modellflugplatz am nördlichen Rand von Veckerhagen einen Modellflugtag.