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Städte

Bild_28Höxter ist eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen und Kreisstadt des Kreises Höxter, der zum Regierungsbezirk Detmold gehört. Die Stadt liegt an der Weser im Zentrum des Weserberglands und wird zur Region Hochstift Paderborn-Corvey gerechnet. Historische Ortsnamen von Höxter sind Hoxer und Huxaria.

Höxter ist die östlichste Stadt Nordrhein-Westfalens und liegt im oberen Wesertal im sogenannten Oberwälder Land am Ostrand des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge.[2] Der überwiegende Teil des Stadtgebiets liegt auf der westlichen Weserseite. Auf der östlichen Weserseite liegen lediglich der Ortsteil Lüchtringen sowie das Brückfeld, eine der Kernstadt Höxter vorgelagerte Flusshalbinsel der Weser. Östlich von Höxter schließt sich der schon zu Niedersachsen gehörende Solling an. Am südlichen Rand des Stadtgebiets nahe Godelheim mündet die Nethe in die Weser, in der Kernstadt Höxter der Bollerbach, die Grube und die Schelpe sowie in Albaxen die Saumer. Das Stadtgebiet reicht im Norden bis zum Gipfel des Köterbergs auf 469 m Höhe. Die nächsthöheren Erhebungen sind der Strohberg nördlich von Bödexen mit 394 m, der Krekeler Berg südwestlich der Kernstadt Höxter mit 368 m und der Scheelenberg südlich von Bosseborn mit 346 m.

Die nächstgelegenen Großstädte sind Paderborn (ca. 45 km westlich), Bielefeld (ca. 65 km nordwestlich), Hannover (ca. 70 km nördlich), Göttingen (ca. 45 km südöstlich) und Kassel (ca. 50 km südlich).

Höxter grenzt im Norden an die Stadt Lügde (Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen), im Nordosten an die Samtgemeinde Polle, im Osten an die Samtgemeinde Bevern und an die Stadt Holzminden, im Südosten an die Samtgemeinde Boffzen (alle Landkreis Holzminden, Niedersachsen), im Süden an die Stadt Beverungen, im Südwesten und Westen an die Stadt Brakel und im Westen an die Stadt Marienmünster (alle Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen).

Das Stadtgebiet von Höxter ist in dreizehn Ortschaften gegliedert. In allen Ortschaften existieren Ortsauschüsse, denen die Aufgaben übertragen sind, die sich ohne Beeinträchtigung der einheitlichen Entwicklung der Gesamtstadt innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches erledigen lassen. Außerdem besitzen alle Ortschaften mit Ausnahme des Stadtkerns Höxter Bezirksverwaltungsstellen, die ein bürgernahes Verwaltungshandeln sicherstellen sollen.

Geshichte

Die Siedlung Huxori, das spätere Höxter mit seinen Ländereien, wurde durch Kaiser Ludwig den Frommen 822 dem neu gegründeten Kloster Corvey zugesprochen. Der Ort lag günstig an den damaligen Fernstraßen von Bremen nach Kassel und an der Ost-West-Verbindung, dem sogenannten Hellweg.

Im Jahr 1250 wurden Höxter die Stadtrechte verliehen, und ab 1295 gehörte die Stadt dem Bund der Hanse an. Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde Höxter schwer getroffen, im Blutbad von Höxter 1634 wurden nach längerer Belagerung über 1.500 Einwohner durch die Soldaten der Katholischen Liga getötet. In der Folge verarmte die Stadt zusehends.

1792 bis 1803 war Höxter Hauptstadt des Fürstbistums Corvey.
1803 bis 1806 gehörte die Stadt zum Haus Nassau-Oranien, danach ab 1807 zum Königreich Westfalen.
1813 wurde Höxter dem Königreich Preußen zugeschlagen.
1865 wurde eine Brauerei gegründet, ab 1908 in Brauerei Hermann Krekeler umbenannt und ab 1915 Brauerei Hermann & Otto Krekeler hieß; 1970 erfolgte die Schließung.

1865 führte der Anschluss an das Eisenbahnnetz durch die Bahnstrecke Altenbeken- Holzminden- Kreiensen- Braunschweig der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft und der Braunschweigischen Südbahn (Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn) zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Die Strecke stellte eine wichtige Verbindung zwischen Berlin, Braunschweig und dem Ruhrgebiet dar. Die einst zweigleisige Hauptstrecke verlor durch die Teilung Deutschlands nach 1945 im Laufe der Jahrzehnte an Bedeutung, da sich die Verkehrsströme mehr in Nord-Süd-Richtung verlagerten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

 

Theater

Regelmäßig finden in der Residenz Stadthalle Höxter Theateraufführungen statt. Die Stadthalle bietet auf 2.000m² insgesamt 680 Sitzplätze. In der Ortschaft Stahle ist in einem ehemaligen Steinbruch eine Freilichtbühne eingerichtet.

 

Museen

Im Schloss Corvey ist eine Ausstellung über die Siedlungs- und Stadtgeschichte Höxters mit dem Titel "Von der Villa zur Stadt" untergebracht. 1000 Jahre Stadtgeschichte vom 9. Jahrhundert bis in die Zeit um 1750 sind zu besichtigen.

 

Bauwerke

  • Die weitgehend erhaltene mittelalterliche Stadtstruktur ist von Fachwerkbauten geprägt, unter denen sich einige Beispiele für den Stil der Weserrenaissance befinden. Besonders hervorzuheben sind die Sankt Kilianikirche aus den Jahren um 1100, das Wahrzeichen der Hansestadt Höxter, die Marienkirche von 1283, der früheste gotische Bau in Westfalen, das Küsterhaus von 1565, das Adam-und-Eva-Haus von 1571 in der Stummrigestraße, das 1613 ebenfalls im Stil der Weserrenaissance erbaute Rathaus sowie die alte Dechanei von 1561 auf dem Marktplatz; dort sind über 60 geschnitzte Halbrosetten zu bewundern, die sich alle voneinander unterscheiden. Die Dechanei war ein Adelssitz der Familie von Amelunxen.
  • Am Rande von Höxter liegt das Kloster Corvey unmittelbar an der Weser. Die Klosterkirche besitzt eine karolingische Krypta sowie ein imposantes Westwerk. Des Weiteren ist neben der Kirche das Grab von Hoffmann von Fallersleben, der unter anderem das Lied der Deutschen textete, zu finden.
  • Im Ortsteil Albaxen liegt unmittelbar an der Weser die heute gastronomisch genutzte Tonenburg.
  • Um Höxter bestehen Möglichkeiten zum Rudern, Fallschirmspringen, Wassersport und Wandern. Der 18 km Rundwanderweg bietet schöne Aussichtspunkte, wie z. B. den Köterberg.
  • Im Rahmen der Erlebniswelt Renaissance gibt es in Höxter einen einzigartigen Stadtspaziergang zum Thema „Markt“, auf dem der Besucher einen Mordfall klären kann, der sich 1617 ereignete.
  • Das Forum Jacob Pins im Renaissance-Adelshof Heisterman von Ziehlberg an der Westerbachstraße zeigt die Werke dieses aus Höxter stammenden jüdischen Künstlers und erinnert an die jüdischen Mitbürger der Stadt.
  • Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Obermühle Höxter, eine ehemalige Wassermühle, die einst zum Kloster Corvey gehörte. Heute ist in der Obermühle auch das Mühlencafé untergebracht.
  • Eine ehemalige Sehenswürdigkeit ist der Felsenkeller. Lange Zeit als Diskothek genutzt, brannte das Gebäude am 17. Oktober 2006 völlig nieder. Das denkmalgeschützte Fachwerkgebäude lag oberhalb der B 64 am Ortseingang von Höxter.

 

Parks

Der Kurpark Bruchhausen ist ein in Besitz der Kurverwaltung befindliches Areal von 2 ha Größe und öffentlich zugänglich. Er ist ein schlichter Park mit weiten Rasenflächen, einzelnen Solitärbäume und einer Staudenbepflanzung[17].

Der Gutspark Bruchhausen ist ein in Privatbesitz befindliches Gelände von etwa 2 ha Größe und öffentlich zugänglich. Er ist eine von einer Bruchsteinmauer im Westen und Süden umgebene Gartenfläche. Die Zufahrt von Westen ist von einer Platanenallee bestanden. Weiterhin findet sich in der Anlage ein Teich. Der Park schließt sich an die etwa 300 m südlich liegenden Kuranlagen an[18].

Der Klostergarten Brenkhausen ist ein in Kirchenbesitz befindliches Gebiet von ca. 3 ha Größe und öffentlich zugänglich. Die Außenanlagen des Klosters bestehen aus weiten Rasenflächen mit einigen Solitärbäumen[19].

Der Lehrgarten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Abteilung Höxter gehört dem Land Nordrhein-Westfalen und ist während der hellen Tagesstunden werktags geöffnet. Er ist ca. 3,5 ha groß. Als botanischer Lehrgarten enthält er mehr als 620 Arten und Sorten, davon mehr als 400 Arten in den Staudenpflanzungen[20].

Der Park am Haus Brunnen mit ca. 2,5 ha Größe befindet sich in Privateigentum und ist nicht öffentlich zugänglich. Er ist eine heute verwilderte Parkanlage mit Resten des alten Baumbestandes und einem zentralen Wasserbecken[21].

Der Schlossgarten Corvey befindet sich in Privateigentum. Der Vorplatz, der Innenhof und der Friedhof sind gegen Gebühr, der Schlosspark ist nicht öffentlich zugänglich. Zu sehen sind weite gepflegte Rasenflächen mit einigen schmalen Rosenrabatten vor dem Schloss und der Kirche. Der Schlosspark ist privat genutzt und lediglich durch ein Gartentor an der Nordseite einsehbar[22].

Die Wallanlage Höxter umschließt die historische Altstadt und ist öffentlich zugänglich. Auf dem Verlauf der historischen Stadtbefestigung befindet sich auf der gesamten Länge eine Grünanlage. Zusammen mit der Weserpromenade bildet sie einen grünen Ring um die Altstadt[23].

 

Naturdenkmäler

In Höxter liegen 14 Naturschutzgebiete. Die größten sind das Naturschutzgebiet Bielenberg, welches 1930 auf der Hochfläche und am Südhang des Berges eingerichtet wurde sowie der Ziegenberg.

Im Ortsteil Albaxen liegt darüber hinaus ein Vogelschutzgebiet.

Katastrophen

Zur größten Katastrophe der Stadt Höxter der Nachkriegszeit kam es am frühen Morgen des 19. September 2005. Ein Selbstmörder sprengte sich in seinem Haus in direkter Nachbarschaft des historischen Rathauses mit mehr als 900 Litern Benzin in die Luft. Das Unglück ereignete sich um ca. 9 Uhr Ortszeit. Drei Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt. Die gesamte höxtersche Innenstadt wurde in Mitleidenschaft gezogen. Beispielsweise konnte die angrenzende evangelische Sankt Kilianikirche erst am 31. Oktober 2007 wieder renoviert in Betrieb genommen werden. Die historische Orgel, die erst kurz vor der Katastrophe wegen Bleifraß saniert worden war, wurde wieder beschädigt und steht noch nicht wieder in vollem Umfange zur Verfügung. Mehr als ein Jahr nach dem Anschlag waren die Wiederaufbauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Etwa eine Stunde nach der Detonation des Hauses wurde Katastrophenalarm ausgelöst, was dazu führte, dass neben sämtlichen mobilisierten Rettungskräften aus dem Kreis Höxter auch Rettungskräfte aus dem Landkreis Holzminden hinzugeführt wurden. Auch die Bundeswehr unterstützte die Arbeiten. Mehrere hundert Retter waren vor Ort.