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Städte

Bild_2Uslar ist eine Kleinstadt am Rande des Sollings im südwestlichen Teil des niedersächsischen Landkreises Northeim im ehemaligen Regierungsbezirk Braunschweig.

In der jüngeren Steinzeit siedelten die nach ihren Bombentopf-Funden genannten keltischen Bandkeramiker im Uslarer Raum.

Fluss- und Bachläufe hatten bei ihnen die Endung "-ar" oder "-er", wobei "a" für Wasser steht. Hieraus leitete sich der damalige Name "Üssel" für den Italsbach ab, der "kaltes Wasser" bedeutet (noch heute reden Senioren auf plattdeutsch von der Üsselbeke). Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung von "-ar" bzw. "-ari" dann in "(Lager- oder Weide-)Platz am Wasser".
Frühere Schreibweisen waren unter anderem Husleri, Huslere, Uslere, Usseler, Usler, Uslir, Üsler, Usseler und Uslaria. Zwischenzeitlich hieß Uslar auch für kurze Zeit Freudenthal (siehe Geschichte).


wappen_uslarDie Kernstadt Uslar liegt in dem in das Buntsandgewölbe des südlichen Sollings eingesenkten Sedimentfall und 8,28 km² großen Naturraum Uslarer Becken (Nr.: 370.2; Haupteinheit Nr. 370: Solling, Haupteinheitengruppe Nr. 37: Weser-Leine-Bergland). Uslar liegt im mitteldeutschen Gebirgsland.

Die Beckenlandschaft rund um die Kernstadt ist dank der Lössböden sehr fruchtbar und weist hügeligen, sehr ländlichen Charakter mit vielen Laub- und Nadelwaldflächen und Bachläufen auf.

Wasserläufe in und um Uslar sind u. a. die Schwülme, die Ahle (Schwülme), der Martinsbach, der Katzbach, der Mühlen- und Hüttengraben sowie der Rehbach.

Vom Westen über den Norden bis in den Osten Uslars erstreckt sich das Waldgebiet des Sollings. Im Südosten Uslars liegt der Bramwald und im Südwesten der Reinhardswald. Fichten und Buchen dominieren die Wälder.

Bilder im Album: (c by CMMTV)

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Größere Städte im Umkreis Uslars sind das Oberzentrum Göttingen im Südosten (34 Kilometer per Straße, circa 26 Kilometer Luftlinie), Kassel im Süden, Holzminden sowie Höxter im Nordwesten (alle gut per Kfz erreichbar). Uslar grenzt im Norden an den Solling als Teil des Naturparks Solling-Vogler, eines der größten zusammenhängenden Waldflächen und Mittelgebirge Niedersachsens. Das Dreiländereck Niedersachsen/Hessen/Nordrhein-Westfalen am äußersten nordwestlichen Ortsrand von Bad Karlshafen ist circa 25 Kilometer in westlicher Richtung entfernt und der Oberlauf des Flusses Weser in der Nachbargemeinde Bodenfelde circa neun Kilometer ebenfalls in westlicher Richtung.

Bis zur Kreisstadt Northeim im Nordosten sind es circa 36 Kilometer per Straße (circa 26 Kilometer Luftlinie), bis zur Landeshauptstadt Hannover im Norden circa 120 Kilometer und bis zur Bundeshauptstadt Berlin im Nordosten circa 350 Kilometer.

Uslar hat im Westen des Landkreises Northeim die Funktion eines Mittelzentrums. Bezüglich ihrer Fläche und Einwohnerzahl ist Uslar die drittgrößte Einheitsgemeinde im Landkreis Northeim.

Von den 113,4 Quadratkilometern Fläche entfallen 13,11 auf Siedlungen und 32,81 auf Naturflächen. 67,48 Quadratkilometer sind frei (Stand: 1997). 1999 gab es für die 16.385 Einwohner 7.238 Wohnungen.

Eine Besonderheit stellt das südlich gelegene und zu Uslar gehörende Dorf Fürstenhagen dar. Es ist zu circa ¾ vom hessischen Landkreis Kassel und zu circa ¼ vom niedersächsischen Landkreis Göttingen umschlossen. Fürstenhagen ist somit eine Exklave des Landkreises Northeim und der Stadt Uslar. Regulär ist das Dorf nur über das hessische, zur Gemeinde Oberweser gehörende Dorf Heisebeck zu erreichen. Vom Landkreis Göttingen aus führen des weiteren einige für den öffentlichen Verkehr gesperrte Waldwege nach Fürstenhagen.

Die Kernstadt ist offiziell nicht in Stadtteile gegliedert. Einheimische unterscheiden jedoch zwischen Auschnippe-, Bella Clava, Eichhagen, Ilsesiedlung, Industriegebiet, Innenstadt, Kinderdorf, Kleines Feld, Kupferhammer, Unterhütte und Oberhütte, Postberg, Rotenberg, Schwarze Erde, Wiesenstraße und Ziegenbusch. Die Namen resultieren meist aus den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten oder aus Straßennamen und sind in Uslar und auch in den umliegenden Dörfern gebräuchliche Bezeichnungen.

Ferner wären noch das "Rittergut Reitliehausen" (im Westen der Kernstadt), "Donnershagen" (zu Eschershausen), "Haje" (zu Delliehausen), "Grimmerfeld" (Delliehausen), der "Knobben", das "Gut Steimke" (zu Wiensen), "Meinte" (Ostteil Eschershausens), "Langental" (zu Dinkelhausen), "Warneckenfeld" (zu Wiensen), sowie "Steinborn" (zu Schönhagen) als mehr oder weniger abgegrenzte Siedlungen zu nennen.

Noch im letzten Jahrhundert gab es noch die "Forstsiedlung Grimmerfeld" nördlich von Delliehausen. Bereits wesentlich früher untergegangen sind die Siedlungen "Wangensen" (bei Wiensen) und "Schmachtshagen" (bei Schönhagen).

Der im Norden gelegene Uslarer Ortsteil Eschershausen im Ital ist nicht mit der Stadt Eschershausen am Ith nordöstlich von Holzminden identisch. Das Dorf Allershausen ist nicht mit der Gemeinde Allershausen nördlich von München an der Bundesautobahn A9 identisch. Sohlingen ist nicht mit der für seine Klingen bekannten Stadt Solingen im Rheinland identisch. Es existieren in Deutschland auch mehrere Dörfer mit dem Namen Fürstenhagen und Schönhagen. Insbesondere in der Verwaltungsgemeinschaft des im thüringischen Eichsfeld liegenden Uder gibt es sowohl ein Fürstenhagen wie auch ein Schönhagen. Fürstenhagen ist ebenfalls der Name eines Stadtteils von Hessisch Lichtenau. Ferner gibt es auch ein zweites Bollensen in der Gemeinde Wieren der Samtgemeinde Wrestedt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Durch Uslar führt die Ferienroute "Straße der Weserrenaissance", die "Frau Holle Route" der "Deutschen Märchenstraße" sowie die deutsche Fachwerkstraße. Die Region um Uslar ist in der Ferienbranche als "Uslarer Land" bekannt. Gäste können in Hotels und Pensionen, dem Feriendorf oder der Jugendherberge übernachten. Insgesamt existieren in Uslar und seinen Ortsteilen mehr als 200 Gästebetten. In Schönhagen und Delliehausen-Haje existieren ferner Campingplätze und in Uslar selbst gibt es an vier verschiedenen Stellen Stellplätze für Wohnmobile sowie ein Jugendcamp. Uslar hat im historischen Rathaus ein eigenes Touristikbüro.

Bauwerke
  • Das Uslarer Wahrzeichen, das in der Innenstadt stehende 1476 nach einem Brand wieder neu erbaute frühere Rathaus mit Fachwerk und nachträglich aufgesetztem kupfernen Turmuhrdach. Direkt neben dessen Haupteingang sitzt ein in Stein gehauener Löwe auf einem Steinsockel, dessen einer Eckzahn golden bemalt ist und der ein gotisches Wappen hält, auf dem ein goldenes "V" (lateinisches "U") auf blauem Grund dargestellt ist. Ein Rathaus wurde zuerst 1406 erwähnt. 1476 wurde die Osthälfte dieses zweigeschossigen Gebäudes erbaut, während der Westteil zwischen 1650 und 1655 errichtet wurde, was z.B. an unterschiedlichen Konsolen ersichtlich ist. Das Rathaus wurde von September 1998 bis November 2006 für 5,6 Millionen Euro saniert, wobei die Art der Sanierung stark umstritten ist.
  • Die St. Johanniskirche (ev.-luth.) mit dem noch erkennbar gotischen hohen Chor von 1428, einem handgeschnitzen, prächtigem dreiteiligen Flügelaltar von circa 1500 und farbenfrohen Glasgemälden von circa 1470, welchen in ihrem Wert denen vom Kölner Dom gleichen. Auf der Westempore steht die 1845 von der Firma Euler erbaute Orgel (26/II). Sie gehört heute zu den herausragenden Instrumenten Südniedersachsens, da ihr heutiger Zustand immer noch sehr dem ursprünglichen entspricht. Der ältere Westteil der Kirche war ursprünglich romanisch. Die Kirche wurde 1845 vom Hofbaumeister Laves umgebaut.
  • Die prächtigen und wertvollen Fachwerkfassaden der Bürgerhäuser mit zahlreichen Geschäften und Gewerben in der mit roten Natursteinen gepflasterten Fußgängerzone in der Innenstadt, genauer in der Langen Straße, Uslars Einkaufsstraße (um die Fußgängerzone wurde seit den 1990er Jahren bis 2005 kontrovers diskutiert). Beispielhaft sei hierfür das älteste Bürgerhaus von 1555, das heutige Hotel Menzhausen (früher: Hotel Bussiliar/Gasthof Wicke) genannt, welches zuerst vom Jägermeister Jacob Fischer bewohnt wurde.
  • Brau- und Backhaus.
  • Städtisches Heimatmuseum, ein alter Sattelhof in direkter Nachbarschaft der St. Johanniskirche und dem Rathaus. 2004 restaurierter Fachwerkbau.
  • Der von 1934 bis 1935 erbaute, circa 30 m hohe und steinerne Sollingturm auf dem nordwestlich gelegenen 444 m hohen Strutberg bei Sohlingen mit guter Aussichtsmöglichkeit. Dieser Turm ist nicht mit dem hölzernen Hochsollingturm bei Silberborn identisch.
  • Der Aussichtsturm Harzblick auf dem 493 m hohen Großen Steinberg bei Vahle, von dem die Aussicht bis zum Harz reicht.
  • Reste der einstigen Stadtmauer in der Kernstadt in der Mauerstraße und am Forstgarten (mit der Stadtmauer hängen auch die Namen Mühlentor und Isertorweg zusammen).
  • Wüstung und Kirchenruine Malliehagen nördlich von Dinkelhausen.

 

Kulinarische Spezialitäten

Als Uslarer Spezialität wird insbesondere beim jährlichen "Pekermarkt" das gleichnamige "Pekeressen" angeboten: Hier werden gebackene Kartoffeln mit rohem Hackfleisch (Mett), etwas Butter und Zwiebeln serviert. Der Name leitet sich aus der Zubereitungsweise ab: Die Kartoffeln wurden früher halbiert und anschließend an die Innenseiten der Backkammern heißer Küchenherde geklebt (plattdeutsch "peken"). Sie fielen dann von selbst ab, sobald sie gar waren. Dazu wird Bergbräu, ein in Uslar gebrautes Bier getrunken.

In der Herbstzeit finden in Uslar und Umgebung in vielen Gaststätten sogenannte "Wursteproben" statt, bei denen Kostproben von verschiedenen frisch zubereiteten Fleisch- und Wurstsorten angeboten werden. Ferner wird auch eine zünftige Mettwurst mit Brot gern gegessen. Beide Spezialitäten werden insbesondere auch in häuslichen Schlachtereien hergestellt. Ebenso ist aber auch die Bregenwurst mit Grünkohl (auch "Grünkohl mit Pinkel" genannt) verbreitet.

Im Stadtgebiet existieren verschiedene Lokalitäten wie Cafés, Kneipen und Gaststätten (deutsche, griechische, italienische, chinesische Küche), Imbiss- und Dönerläden sowie Grillhütten in den Dörfern.

Außerhalb des Stadtgebietes, im "Eichholz", befindet sich ein kleines Lokal, die "Dunie-Schänke", die besonders im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Museen

In Uslar gibt es ein Heimatmuseum mit umfangreicher, besonderer Sammlung von Totenkronen und diversen Wechselausstellungen. In Volpriehausen existiert weiterhin ein Kalibergbau-Museum.

Musik

In Uslar ist schon seit geraumer Zeit viel musikalische Aktivität zu verzeichnen. So waren z. B. die mittlerweile aufgelösten "Sollinger Herolde" weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Es existieren:

  • Gesangsvereine.
  • Posaunenchöre (Eschershausen und Volpriehausen).
  • Bigband "Solling Swing Orchestra".
  • Kirchenmusik an St. Johannis, mit Kantorei, Kinderchören, Gospelchor und Flötenkreis.
  • Lokale Bands werden durch die "Musik- und Kulturinitiative Musikbus e.V." gefördert. Unter anderem unterstützte der Musikbus die Punkband "20/20 Vision" (ursprünglich "Generation Fuck"), die inzwischen auch überregional und im Ausland bekannt ist.
  • Eine der ältesten und in der Region bekanntesten Bands ist "Reminder".
Naturdenkmäler
  • Das ErlebnisWald-Projekt kurz hinter Schönhagen unweit der Bundesstraße nach Neuhaus im Solling und Holzminden (ehemaliger − unvollendeter " Außenstandort der Weltausstellung " Expo 2000“ in Hannover im Jahre 2000).
  • Das "Eichholz", eine Art Stadtwald im Süden der Kernstadt, mit zum Teil mehrere Jahrhunderte alten Laubbäumen (unter anderen die sogenannte "Dunie-Eiche"). Vom Landesforstamt Winnefeld wurde dort ein Baumtypenpfad angelegt.
Parks
  • Alaris Schmetterlingspark mit frei fliegenden Schmetterlingen.
  • Diverse Parkanlagen in der Kernstadt, die größte ist der Schlosspark, danach der Forstgarten und der Wasserpark mit dem Stiftsgarten.
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Besonders im Winter zieht die historische Altstadt Uslars mit dem dann dort stattfindenden Weihnachtsmarkt immer wieder viele Touristen und Einheimische an, denn am Rathaus hängt einer der größten Adventskalender in Deutschland. An jedem Tag wird im Rahmen einer großen Tombola ein Türchen geöffnet.
  • Alljährliches Stadtfest Pekermarkt in der Innenstadt am 2. Sonntag im September. Verschiedene Geschäfte haben dann von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
  • Zweitägiges Altstadtfest in der Innenstadt im Abstand von fünf Jahren.
  • Gewerbeausstellung "Uslarer Leben - Uslar erleben" am 2. Sonntag im April im Schulzentrum an der schwarzen Erde im Abstand von mehreren Jahren.
  • Alljährlicher traditioneller Laufwettbewerb "Spenneweih" durch die Innenstadt am 2. Sonntag vor Ostern. Hierbei läuft das Team "Altstadt" gegen das Team "Neustadt". Der Brauch geht auf eine mittelalterliche Armenstiftung aus dem 14. Jahrhundert zurück. Für die Kinder werden dabei sog. "Spennewecken", ein süßliches Weißbrot, gestiftet.
  • Zu Ostern Osterfeuer in vielen Dörfern, z. B. Ostersonntag im Ortsteil Allershausen.
  • Zum Ende der Karnevalszeit entsprechende Feiern in den Dorfgemeinschaftshallen von Wiensen und Schoningen.
  • Maibaumaufstellen am 1. Mai in vielen Ortsteilen.
  • Jeden Freitag von 9 bis 13 Uhr Wochenmarkt (Uslarer Landmarkt) in der Langen Straße vor dem Rathaus.
  • Jeden Dienstag von Mai bis Oktober Stadtrundführung.
  • Brauereifest im Juli.
  • Auf dem Festplatz an der "schwarzen Erde" diverse Veranstaltungen wie z.B. Frühlingsfest oder Zirkus.
  • Flugtag Anfang August.
  • In der Zeit nach Weihnachten diverse Theatervorführungen von Laienschauspielgruppen.
  • Für die Jugend werden weiterhin von ortsansässigen (Junggesellen-)Vereinen in Eigenregie regelmäßig Disco-Abende in Festzelten und Mehrzweckhallen angeboten, insbesondere in Wiensen und Schoningen.
  • In den Sommerferien wird im Rahmen der "Aktion Ferienspaß" ein bemerkenswertes Programm an Freizeitaktivitäten für Schüler und Jugendliche angeboten.


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