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Städte

Bild_2Helmarshausen ist ein Ortsteil der Stadt Bad Karlshafen und zählt zu den ältesten Siedlungen und Städten im nördlichen Hessen. Helmarshausen liegt etwa 40 Kilometer nördlich von Kassel an der Mündung des Hainbachs in die Diemel. Der Ort besaß das Stadtrecht seit 1254 und kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken.

 

Der Name geht vermutlich auf die Erstbesiedlung ("Häuser der Helmera") zurück. Eine erste urkundliche Erwähnung gibt es für das Jahr 944. Das Ortsbild von Helmarshausen ist von vielen Fachwerkbauten aus dem 16.-17. Jahrhundert geprägt, etwas außerhalb des Ortes liegt am Waldrand ein ehemaliges Lungensanatorium, welches heute die Jugendherberge Helmarshausen beherbergt.

Bilder im Album: (c by CMMTV)

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Geschichte

997 erfolgte in der Nähe des Flusses Diemel die Gründung eines Benediktinerklosters durch die adligen Stifter Eckehard und Mathilde. Das Kloster war reichsunmittelbar und erhielt von Otto III. hohe Privilegien. Seine Blütezeit war im 12. Jahrhundert. Das Kloster erlebte in den 500 Jahren seines Bestehens eine wechselvolle Geschichte. Die Grenzlage an der Weser war für Stadt und Kloster nicht immer vorteilhaft. Die Bistümer Paderborn, Köln und Mainz trachteten in verschiedenen Konstellationen danach, ihren Einflussbereich bis in diese Region auszudehnen. Ab 1220 wurde über dem Ort eine Burganlage erbaut, die Krukenburg. In der Mitte der Burg gibt es eine architektonisch interessante Kirche, die bereits 1126 Johannes dem Täufer geweiht worden war.

Die Selbstständigkeit der Stadt ging im Zuge der Gebietsreform zu Beginn der 1970er Jahre verloren.
Kunstwerkstatt / Skriptorium

Im Mittelalter gab es am Ort eine bedeutende Kunstwerkstatt. Von einigen wenigen Künstlermönchen wurden aus kostbaren Materialien im Skriptorium Buchmalereien und in den Werkstätten Goldschmiedearbeiten zum Schmuck der Kirchen hergestellt. Gründer dieser Werkstatt war ein Mönch aus dem Maasland, der in der Kunstgeschichte als Rogerus von Helmarshausen einen Namen als Goldschmied erlangt hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Autor eines kunsthistorisch bedeutenden Werkes ist, der Handschriftensammlung "Schedula Diversarum Artium", siehe Theophilus Presbyter. Aus dem Kloster Helmarshausen stammt das Evangeliar Heinrichs des Löwen, das im 12. Jahrhundert durch den Mönch Herimann (er wird in der Widmung des Evangeliars erwähnt) geschrieben wurde. Das Evangeliar ist im Dezember 1983 in London bei Sotheby’s für umgerechnet etwa 16,4 Millionen Euro versteigert worden und wird seitdem als teuerstes Buch der Welt bezeichnet.

Tourismus

Vom Kloster existieren heute nur noch wenige Gebäude, die von der Kirchengemeinde genutzt werden, unter anderem als Freizeitheim und als Kindergarten. Die Burg ist als restaurierte Ruine sehenswert und ein beliebtes Ausflugsziel. Seit September 2004 gehört das Rathaus in der Ortsmitte der Stadt, die neben dem Standesamt eine Bücherei und ein Heimatmuseum hier untergebracht hat. Ein Faksimile des Evangeliars kann hier besichtigt werden.

Text: www.wikipedia.org

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