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Sehenswürdigkeiten

Bild_21Das Kloster Bursfelde ist ein ehemaliges Benediktiner-Kloster in Bursfelde.

Die jüngsten Forschungen im Zusammenhang mit dem "Niedersächsischen Ortsnamenbuch" haben zu dem Ergebnis geführt, dass sich der Name auf die exponierte Lage der Siedlung bezieht und soviel bedeutet wie "ein in einem Winkel liegendes Feld".

Geschichte 

Das Kloster Bursfelde wurde als Benediktinerabtei 1093 von Graf Heinrich dem Fetten von Northeim als Grablege und Stätte des Gebetsgedenkens (memoria) gestiftet und - theologisch sehr aktuell - mit Mönchen des Klosters Corvey besetzt, das sich damals an den Ideen der Klosterreform von Cluny und Hirsau orientierte. Im Jahre 1102 wurde der von Friesen erschlagene Stifter in der KlosterkircheZisterziensern überflügelt, wie die Geschichte der Zisterzienserklöster Walkenried und Amelungsborn zeigt. bestattet. Als materielle Ausstattung wurde dem Kloster bei der Gründung Besitz in rund 20 Dörfern der Umgebung übertragen; innerhalb von zwei Generationen erweiterte sich der Besitz durch Schenkungen, Tausch und Ankäufe auf Liegenschaften in rund 40 Orten. Entsprechend den Zielen der Klosterreform erhielt Bursfelde die freie Abtwahl zugestanden, nicht jedoch die freie Vogtwahl; diese behielten sich die Grafen von Northeim selbst vor ("erbliche Gründervorgtei"). Durch das Aussterben der Grafen von Northeim in männlicher Linie im Jahre 1144 geriet Bursfelde in eine schwere Krise, in der es sich mittels massiver Urkundenfälschungen zu behaupten versuchte. Zu dieser Zeit war das Modell eines traditionellen Benediktinerklosters auch hier in der Region historisch bereits von den "Reformbenediktinern", den

Das Kloster erlebte im 14. und 15. Jahrhundert erneut einen Niedergang, bis Abt Johannes Dederoth 1438 die als Bursfelder Kongregation bekannt gewordene Reformation begann.

1542 wurde durch Herzogin Elisabeth und Anton Corvinus die Reformation eingeführt, aber die vollständige Abkehr vom katholischen Glauben war erst 1601 endgültig vollzogen. Ein evangelischer Konvent bestand noch bis weit ins 17. Jahrhundert; seitdem sind die Ländereien als Klostergut verpachtet. Während des Dreißigjährigen Krieges kehrten für einige Jahre katholische Mönche in das Kloster zurück. Die Abtswürde wird noch heute vergeben: Seit 1828 wird jeweils ein Professor der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen zum (evangelischen) Abt bestellt. Neben dem Abt besteht ein Konvent aus Professoren der Universität Göttingen, dessen Mitglieder verschiedenen Fakultäten angehören, aber durch das Bekenntnis zum evangelisch-lutherischen Glauben verbunden sind. Der Konvent trifft sich zu gemeinsamem Gebet und Gottesdienst sowie zu gemeinsamen Gesprächen über Themen im Bereich von Religion und Wissenschaft.

Äbte 

(Ernennungsjahr) / (Amtszeit als Abt)

  • Heinrich (um 1117)
  • Nithard (um 1150)
  • Johannes Dederoth (1433) / (1433-1439)
  • Johannes von Hagen (1439) / (1439-1468)
  • Heinrich (um 1508)
  • Johann Trepper (um 1546)
  • Georg Carl Kotzebue (um 1700-1730)
  • Friedrich August von Rudloff-Moisfall (um 1800-1822)
  • Gottlieb Jacob Planck (11. April 1828) / (1828-1833))
  • Friedrich Lücke (30. September 1843) / (1843-1855)
  • Friedrich Ehrenfeuchter (2. August 1856) / (1856-1878)
  • Ludwig Schöberlein (28. Juni 1878) / (1878-1881)
  • Hermann Reuter (14. November 1881) / (1881-1888)
  • Hermann Schultz (12. Februar 1890) / (1890-1903)
  • Karl Knoke (3. April 1904) / (1904-1921)
  • Carl Stange (1. April 1932) / (1932-1959)
  • Hermann Dörries (8. August 1960) / (1961-1966)
  • Joachim Jeremias (15. September 1968) / (1968-1970)
  • Götz Harbsmeier (26. Januar 1971) / (1971-1979)
  • Lothar Perlitt (1. April 1981) / (1981-2000)
  • Joachim Ringleben (1. Juni 2000) / (seit 2000)

 

Klosterleben

Traditionell findet am Himmelfahrtstag ein Universitätsgottesdienst mit anschließendem Festvortrag im Kloster Bursfelde statt. Dadurch soll an die benediktinische Tradition des Zusammengehörens von Gebet und Studium angeknüpft werden. Den Vortrag hält in der Regel ein Göttinger Professor aus seinem üblicherweise nichttheologischen Forschungsgebiet. Die Vorträge werden seit 1982 in der Reihe der "Bursfelder Universitätsreden" im Verlag Göttinger Tageblatt publiziert.

 

Klostergebäude

Von den Klostergebäuden ist in erster Linie die romanische Klosterkirche St. Thomas und Nikolaus erhalten, unterteilt in eine Ost- und eine Westkirche mit deren zur Weser hin stehenden, im 19. Jahrhundert im historisierenden Stil errichteten Türmen. Der Innenraum der Westkirche enthält Wandmalereien aus romanischer Zeit. In der Ostkirche wird regelmäßig der Gottesdienst abgehalten. Südlich daneben befindet sich ein "Raum der Ruhe", in dem man sich eine Kerze anzünden und in Ruhe beten kann.

Eine Besonderheit ist die Bursfelder Kirchenglocke. Sie wurde nach dem 2. Weltkrieg vom Hamburger Glockenfriedhof nach Bursfelde geholt. Es handelt sich um eine Glocke aus dem Königsberger Dom, die schon Immanuel Kant gehört hat.

An die Kirche grenzen alte und neu errichtete Klostergebäude, in denen sich heute ein Zentrum für Einkehr und Tagungen befindet.

Zum 900jährigen Bestehen des Klosters erschien 1993 eine Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost mit den Abbildungen der Klosterkirchen von Bursfelde und Maria Laach. Das Kloster Maria Laach, ebenfalls 1093 gegründet, ist seit der Reformation eng mit dem Kloster Bursfelde verbunden (Bursfelder Union).

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