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Sehenswürdigkeiten

Nienover ist ein Ortsteil der Gemeinde Bodenfelde in Südniedersachsen.

Die Ansiedlung Nienover befindet sich im Südteil des Sollings rund fünf Kilometer (Luftlinie) nord-nordwestlich des Kernorts Bodenfelde. Sie liegt auf etwa 175 bis 210 m ü. NN im Tal des Reiherbachs, der aus zwei namensgleichen Quellbächen entsteht. Umgeben ist Nienover von waldreichen Höhen, deren höchste der nördlich gelegene Berg Alte Schmacht (447,5 m) ist.

Geschichte


Bilder: Wikipedia

Jagdschloss Nienover von Süd-Ost
Bild:GFDL-CC Autor:Presse03

 
Nienover um 1215
Bild: GFDL_CC Autor: Presse03

Historisch interessant sind das Schloss und die Stadtwüstung Nienover. Die erste urkundliche Erwähnung von Nienuverre bezieht sich auf die damalige Burganlage.
Unterhalb des Schlosses stehen als Reste eines Vorwerks die herrschaftliche Mühle, die besichtigt werden kann, der ehemalige Amtskrug und eine Zehntscheune. Am gegenüberliegenden Hang steht das "Wildenhaus", ein Bau des 18. Jahrhunderts, der an das herzogliche Gestüt erinnert, das sich vom 16. bis zum 18. Jahrhundert in Nienover befand.

Schloss 

1144 wird die Burg Nienover erstmals im Allodienverzeichnis des Grafen Siegfried von Northeim erwähnt. Später kam es an die Grafen von Dassel, die um 1200 ihren Hauptsitz dorthin verlegten. Aus dieser Zeit hat sich ein Mauerrest mit einem Fenster erhalten, außerdem der fast 30 m tiefe Burgbrunnen und Teile der Umfassungsmauer. 1303 wurde die Burg an die Herzöge von Braunschweig verkauft, die es für Jagdausflüge in den Solling und als Witwensitz nutzten. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und an ihrer Stelle zwischen 1640 und 1653 das heutige Schloss mit Fachwerkobergeschoss errichtet.

Im Schloss Nienover war bis 2005 eine Außenstelle der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen untergebracht. Im November 2005 wurde das Schloss vom Land Niedersachsen in private Hand verkauft und ist seither Sitz eines Reitgestüts.

Stadtwüstung 

Auf dem Gelände vor dem Schloss gründeten die Grafen von Dassel um 1180 eine umwallte Siedlung, die schon um 1270 zerstört wurde. Seit 1996 wird die Anlage unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Georg Stephan archäologisch untersucht, die seit ihrem Wüstfallen als Acker- und Weidefläche genutzt wurde. Im Erdboden haben sich der Stadtwall, Keller, Reste der Straßen und andere Zeugnisse der mittelalterlichen Besiedlung von Nienover erhalten. Die Anlage ist ein seltenes Beispiel einer Stadtwüstung und damit ein archäologisches Bodendenkmal von überregional wissenschaftlichem Interesse.

Zwischen 1996 und 2004 fanden in Nienover Lehrgrabungen des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen statt (seit Januar 2005 der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Prähistorische Archäologie). Weitere Ausgrabungen erfolgen in der Wüstung Winnefeld, an der Wüstungskirche Schmessen und in der Glashütte am Lakenteich.

Text: Wikipedia.de