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In der Dechenhöhle_11Der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge ist um mehrere besondere Naturräume reicher. Durch eine Gebietserweiterung gehören nun auch die Dechenhöhle sowie der Oestricher Burgberg, Sonderhorst und Wunderhügel im Stadtgebiet Iserlohn offiziell zum Naturparkgebiet. Der entsprechende Bescheid des Landesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz liegt nun vor.
„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung, dem Antrag auf Erweiterung nachzukommen“, freut sich Detlef Lins, Geschäftsführer des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge.

Initiiert hatte diese Erweiterung die Stadt Iserlohn. „Schön, dass es geklappt hat“, freut sich Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens. „Das Gebiet rund um Dechenhöhle und Burgberg ist für die Stadt Iserlohn von besonderer Bedeutung, sowohl was den Naturschutz angeht als auch in touristischer Hinsicht. Die ehemalige Fliehburg auf dem Burgberg als bedeutendes Bodendenkmal sowie die Dechenhöhle als ein Highlight des Höhlenlandes Südwestfalen sind elementare Bestandteile dieses Bereiches. Daher war es die richtige Entscheidung, für diese Flächen den Antrag auf Erweiterung des Naturparks zu stellen.“

Insgesamt 3.827 km² Naturpark warten nun darauf, von naturbegeisterten Besuchern erkundet zu werden. Ergänzt durch Oestricher Burgberg, Sonderhorst und Wunderhügel gestaltet sich dieser noch vielfältiger und reicht in seiner Fläche weiter bis in das Gebiet der Stadt Iserlohn hinein. Auch die, im Juni 1868 von zwei Eisenbahnarbeitern bei Felssicherungsarbeiten entdeckte, Dechenhöhle ist für Besucher ein besonderes Highlight und durch die Gebietserweiterung nunmehr auch Bestandteil des Naturparks. Die Dechenhöhle befindet sich in einer, nur wenige hundert Meter breiten Massenkalksenke, die sich von Hagen ostwärts bis in das Hönnetal bei Balve erstreckt. Die dort vorhandenen, sehr reinen Kalksteine wurden und werden in großen Steinbrüchen abgebaut. Entstanden sind sie vor etwa 380 Millionen Jahren, als der nördliche Teil des heutigen Sauerlandes von einem flachen, lichtdurchfluteten tropischen Schelfmeer bedeckt war. Je nach Wassertiefe lagerten sich Kalkschwämme und Korallen, Schnecken und Armfüßer oder einzellige Kleinstlebewesen mit ihren Kalkgehäusen im seichten Wasser zu ausgedehnten Riffkrusten an.

Heute bietet die Dechenhöhle, benannt nach Oberberghauptmann Heinrich von Dechen, in ihrem Eingangsbereich vielerlei Tieren ein Zuhause. Neben den dauerhaft in Höhlen lebenden Kleinlebewesen und Fledermäusen bauen dort zum Beispiel die bis zu fünf Zentimeter großen Höhlenspinnen ihre Netze. Zum Überwintern suchen auch Falterarten wie Zackeneule, Wegdornspanner und Tagpfauenauge Unterschlupf in den eingangsnahen Bereichen der insgesamt 870 Meter langen Tropfsteinhöhle. Aber nicht nur die Dechenhöhle als überregional bekannte, touristische Attraktion ist als geologische Besonderheit des neuen Naturparkgebiets hervorzuheben. Auch die ehemalige Fliehburg aus dem 13. Jahrhundert auf dem Oestricher Burgberg als bedeutendes Bodendenkmal, die Trockenrasenflächen auf Karst mit ihren vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und das Naturschutzgebiet Sonderhorst, ein ehemaliger Steinbruch mit seiner Umgebung, sind durch den offiziellen Bescheid des Ministeriums nun innerhalb der Naturparkgrenzen zu finden.

Foto: Peter Hölterhoff / Treffpunkt-MK

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