„Das Herrenhaus im Moor“ von Felicity Whitmore.Es gibt Bücher, die lege ich nur ungern aus der Hand, weil mein zweiter Name Neugierde ist. Eines dieser Bücher wurde vor wenigen Tagen „Das Herrenhaus im Moor“ von Felicity Whitmore.
Bevorzugt lese ich Thriller aus allen Themenbereichen, vom Krimi über Psycho bis Horror. Nun, das Herrenhaus im Moor weigert sich ein wenig, sich einem Genre unterzuordnen und Thriller zu sein. Die Mischung aus Krimi, Historie, Liebe und Spannung wird besonders die Damenwelt verzaubern, doch auch männliche Leseratten werden den Stoff gern verschlingen. Beispiel: ICH.
Indra Janorschke, eine vielseitig talentierte, selbstbewusste Frau, 1977 in Herdecke geboren, ist nicht nur Leiterin des „Theaters an der Volme“, sondern übernimmt auch Regie, Dramaturgie, Schauspiel und Buch. Unter dem Pseudonym Felicity Whitmore, erschien am 10. November 2017 bei dtv ihr erster Roman, „Der Klang der verborgenen Räume“, 2018 folgt „Das Herrenhaus im Moor".
Indra, alias Felicity Whitmore verbindet auch in diesem Buch zwei Zeitstränge miteinander. Ereignisse in England um 1890 werfen Schatten ins Deutschland der Gegenwart. Victoria erlebt im England der Vergangenheit aus Gier geborene Grausamkeiten. Das unheimliche Herrenhaus im Moor wird zum Ort ihrer Albträume.

Laura, die Hauptperson des Zeitstranges der Gegenwart, sucht den Mörder ihres Mannes Frank. Die Spur führt sie in den kleinen Ort Minehead am Rande des englischen Exmoors. Im alten Herrenhaus Lynybrook Hall trifft Laura auf alte tödliche Geheimnisse um Victoria und Lynybrook Hall.
Beim Lesen wird die Liebe Indras zu England und der herben Küstenregion der großen Insel spürbar. Hier spielt ihre spannende Geschichte aus einem Hauch Liebe, tödlicher Geheimnisse und unheimlicher Grausamkeit. Hier kommt es beim großen Showdown noch einmal zu überraschenden Wendungen.
Das Buch ist flüssig zu lesen und hält den „Neugier Faktor“ aufrecht.
Der Faktor Sex kommt leider zu kurz bis gar nicht vor. Etwas davon, dezent verpackt, hätte dem Buch auch noch das kleine Prickeln verpasst.
Der Spannungsbogen ist immer etwas gespannt und wird an einigen Stellen stramm angezogen.
Gut recherchiert und dargestellt wird Victorias aus der gesellschaftlichen Stellung zu ihrer Zeit hervorgegangene Hochnäsigkeit und Naivität. Auch die Vorgänge in Lynybrook Hall waren zu dieser Zeit durchaus real. Die dargestellten damaligen Machenschaften erschüttern.
Fazit:
Ein lesenswertes Buch mit Bestsellerpotenzial. Ein atmosphärisch dichter spannender Roman mit fiesen Lügen und hinterhältigen Intrigen.
Empfehlenswert.
Ich freue mich auf das nächste Werk von Felicity Whitmore

Rezension: Peter Hölterhoff
Das Herrenhaus im Moor
2018, 512 Seiten, Deutsch, Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG,
ISBN-10: 3423434325, ISBN-13: 9783423434324,
Erscheinungsdatum: 30.11.2018

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