Besuch Aeham AhmadWenn Musik Menschen verbindet – Der Pianist Aeham Ahmad beeindruckte mit Seele

Iserlohn. Sein Foto ging um die Welt: Internationale Bekanntheit erlangte der palästinensische Pianist Aeham Ahmad durch sein Klavierspiel inmitten der Trümmer im umkämpften Flüchtlingslager Jarmuk während des Bürgerkrieges in Syrien. Bei seinem Besuch in Iserlohn Anfang Juli beeindruckte er in zwei sehr berührenden und nachhaltig wirkenden Konzert-Lesungen im Rahmen eines Kooperationsprojektes des Kulturbüros und des Bereiches Beschäftigungsförderung der Stadt Iserlohn.

Ahmads Musik ist seine Sprache und steht für sein Zuhause, das er in Syrien verloren hat. Seine Offenheit und die Herzlichkeit, mit der er auf Menschen zu geht, ebenso wie die Präsenz, die er spielerisch am Klavier zeigt, sind bei beiden Veranstaltungen deutlich spürbar geworden und erreichten die Herzen der Zuhörer und Zuhörerinnen.

Bei seiner ersten Konzert-Lesung, die vormittags im Rahmen der pädagogischen Begleitung exklusiv für die Bundesfreiwilligen der Stadt Iserlohn stattfand, sang er zum Beispiel gemeinsam mit aus Syrien geflüchteten Bundesfreiwilligen ein bekanntes arabisches Kinderlied. Mehrstimmig erklang der Gesang derjenigen, die in ihrem Alltag in Deutschland sonst eher ruhig und zurückhaltend in einer ihnen noch nicht vertrauten Sprache sprechen - ein Gänsehautmoment für alle Beteiligten.
Begleitet wurde das Konzert von einer deutsch-arabischen Lesung aus Aeham Ahmads Buch "Und die Vögel werden singen!". Die Übersetzung und Lesung übernahm der ehemalige Bundesfreiwillige Yasser Abeid, den dazu passenden deutschen Teil Sabine Hinterberger vom Bereich Beschäftigungsförderung der Stadt Iserlohn.
Was Worte nicht auszudrücken vermochten, schaffte die Musik Ahmads, die alle zum Mitsingen einlud und anfangs verhalten, aber dann gerne angenommen wurde.

Zu der zweiten, abendlichen Konzert-Lesung im Löbbeckesaal des Parktheaters kamen weitere rund fünfzig interessierte Iserlohnerinnen und Iserlohner, die die sehr persönliche Atmosphäre im Saal nutzten, um den syrischen Pianisten live zu erleben und ihm Fragen zu stellen, die er sehr offen und bereitwillig beantwortete.

Ein Hörgenuss, der nachwirkt, in jeder Hinsicht. Ein Konzert, das die Beteiligten nicht so schnell vergessen werden. Das Anliegen, einer solchen besonderen Begegnung einen Raum zu öffnen und Zuhörer auf eine Musik- und zweisprachige Lesereise zu schicken, die nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen ist, ist gelungen, lautet das Fazit der Veranstalter.

Quelle und Foto: Stadt Iserlohn

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