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Das RWI senkt seine Konjunkturprognose für 2016 auf 1,4 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Dezember waren noch 1,8 Prozent erwartet worden. Für 2017 liegt die Prognose bei 1,6 Prozent. Gebremst wird die Expansion in diesem Jahr von der Außenwirtschaft. „Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich allein von der Inlandsnachfrage getragen“, so RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn. Private Konsumausgaben, Wohnungsbauinvestitionen und Staatsverbrauch expandieren kräftig. Eine Ursache sind die durch die Flüchtlingsmigration induzierten Transfers, Ausgaben des Staates und Aktivitäten zur Verbesserung des Wohnungsangebots. Aber auch die Geldpolitik der EZB schiebt. Im kommenden Jahr dürfte die Expansion an Kraft gewinnen, da die dämpfenden Effekte seitens der Außenwirtschaft wegfallen.

Die Beschäftigung dürfte in diesem und im nächsten Jahr weiter steigen. Gleichzeitig zeichnet sich eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ab. Sie dürfte in diesem Jahr 6,3 Prozent und im kommenden Jahr 6,5 Prozent betragen. „Die steigende Arbeitslosenquote ist vor allem auf die Flüchtlingsmigration zurückzuführen. Die nach Deutschland gekommenen Asylbewerber treten in zunehmendem Maße auf den Arbeitsmarkt, haben aber schlechte Beschäftigungschancen und sind zunächst oft arbeitslos“, erläutert Döhrn.

Inflation steigt, staatlicher Budgetüberschuss sinkt

Die Inflationsrate dürfte von 0,4 Prozent in diesem auf 1,5 Prozent im nächsten Jahr steigen. Angesichts der expansiv ausgerichteten Finanzpolitik und der staatlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsmigration dürfte der Budgetüberschuss des Staates in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 19 auf knapp 4 Milliarden Euro sinken. Diese Belastungen bleiben auch 2017, der Überschuss dürfte sich aber leicht auf 8 Milliarden Euro erhöhen, weil Erlöse aus Versteigerung der Funkfrequenzen in Höhe von 3,8 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Die deutsche Wirtschaft bewegt sich laut RWI-Konjunkturchef Döhrn in einem schwierigen Fahrwasser. „Die Dynamik des Welthandels hat sich deutlich verlangsamt, und der Zusammenhalt in der EU hat sich jüngst deutlich verschlechtert. Sollten sich diese Tendenzen fortsetzen, wäre das Gift für eine offene, auf einen intensiven internationalen Warenaustausch ausgerichtete Volkswirtschaft wie Deutschland.“

Weltwirtschaft: Internationale Konjunktur mit wenig Dynamik

Das weltwirtschaftliche Expansionstempo dürfte sich im Prognosezeitraum etwas erhöhen, mit Raten von 2,9 Prozent in diesem Jahr und 3,2 Prozent im nächsten Jahr aber niedrig bleiben. Während sich für einige fortgeschrittene Volkswirtschaften die Anzeichen für ein Ende der konjunkturellen Schwäche mehren, hält die schwache Wirtschaftsentwicklung in den Schwellenländern an. Größtes Risiko für die Weltkonjunktur ist nach wie vor ein konjunktureller Einbruch in China.

Katharina Fischer
Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

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