Buchenwald - Foto: Peter HöltehoffArbeit und Widerstand in den Ghettos 1941 - 1944

1941 begannen die Deutschen im besetzten Osteuropa mit dem Massenmord an den europäischen Jüd*innen, dem Holocaust. Im Angesicht der Vernichtung verhielten sich die Menschen in den Ghettos ganz unterschiedlich: Pearl Klein im ungarischen Munkács war der Verzweiflung nahe. Chaim Rumkowski im polnischen Łódź errichtete Industriebetriebe im Ghetto und hoffte, dass die Deutschen nicht gegen ihre wirtschaftlichen Interessen handeln würden.

Oswald Rufeisen im weißrussischen Mir führte die Gestapo in die Irre und die Ghettoinsass*innen in die Freiheit. In Białystok war Chaika Grossman als Kurierin für den Widerstand tätig. Emanuel Ringelblum dokumentierte im Warschauer Ghetto das jüdische Leben und die deutsche Politik, bevor es dort im April 1943 zu einem Aufstand kam. Er setzte ein wichtiges Zeichen: Die Jüd*innen lassen sich nicht wie Schafe zur Schlachtbank führen. Diese und andere Geschichten jüdischer Reaktionen auf den Holocaust erzählt die von Student*innen des Touro College Berlin in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erarbeitete deutsch-englische Ausstellung. Sie dokumentiert die Vielfalt jüdischen Lebens sogar im Angesicht der Vernichtung.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 8. September, 11:00 Uhr eröffnet. Den einführenden Vortrag hält mit Svea Hammerle eine der Ausstellungsmacher*innen und ehemalige Studentin des Touro Colleges in Berlin. Svea Hammerle ist aktuell wissenschaftliche Volontärin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin. Der Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung ist frei. Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 20. Dezember 2019.

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