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Denkmal KircheIserlohn. Rund 250 Baudenkmäler wurden in Iserlohn nach Inkrafttreten des Denkmalschutzge­setzes am 1. Juli 1980 unter Schutz gestellt. Das Evangelisch-lutherische Gemeindezentrum Johannes Iserlohn Nußberg (Berliner Platz) ist eines davon.

In Anerkennung für die im allgemeinen Interesse übernommenen Pflichten zur Erhaltung des Denkmals und damit zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Nordrhein-Westfalen wurde der Evangelischen Johannes Kirchengemeinde jetzt die Denkmalplakette des Landes verliehen.
Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens überreichte im Beisein des Architekten Ernst Dossmann, Vertretern des Presbyteriums der Johannes-Kirchengemeinde und Michael Knaacks von der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Iserlohn die Denkmalplakette an Pfarrer Tom Mindemann.

Bild: Bei einem Pressetermin überreichte Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens im Beisein des Architekten Ernst Dossmann (2.v.l.), Vertretern des Presbyteriums sowie Michael Knaacks von der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Iserlohn die Denkmalplakette des Landes NRW an Pfarrer Tom Mindemann. / Stadt Iserlohn

Das Gemeindezentrum wurde am 3. November 2016 aus geschichtlichen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen in die Denkmalliste der Stadt Iserlohn eingetragen.
Die bauliche Anlage wurde 1959-1960 nach Plänen des Iserlohner Architekten Ernst Dossmann errichtet. Mit dem Bau der Johanneskirche und ihrer Gemeinderäume entstand ein neuer religiöser Mittelpunkt in der Nußberg-Siedlung im Norden der Stadt Iserlohn.

Die Johanneskirche bezeugt auf exemplarische Weise den Wandel im Kirchenbau dieser Zeit. Das strenge längsrechteckige Raumgefüge, das den frühen Nachkriegskirchenbau prägte, wurde zunehmend aufgelockert durch Schrägstellen, Abknicken oder wie am Nußberg durch das Einfügen von Querhausarmen in Kreuzform. Dieses Lateinische Kreuz ist eine vergleichsweise seltene Variante dieses Bautyps.
Die Johanneskirche am Nußberg ist daher in hohem Maße geeignet, die in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre zunehmende bautypologische Vielfalt des Kirchenbaus zu dokumentieren, was durch diesen Bau Ernst Dossmanns auch anschaulich belegt wird. Wie in dieser Zeit zunehmend üblich, verwendete Dossmann das Stahlbetonskelett als wesentliches Gestaltungselement des Kirchengebäudes. Damit hat der Architekt einen großzügig durchlichteten Innenraum realisiert, dem durch die Glasbetonrastermembranen eine heiter-transzendente, über sich selbst hinausweisende Stimmung verliehen wird.

In ihren Ausführungen zur Unterschutzstellung des Gebäudes schreibt die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Münster) unter anderem: „Die Johanneskirche ist ein anschauliches Beispiel von Kirchenbau aus den fünfziger Jahren und bezeugt damit auch, welch hohen Anteil die evangelische Kirche und ihre Gläubigen an der Wiederherstellung von Gesellschaft und Kultur in der jungen Bundesrepublik hatten.“

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