Bildeinblendung08.06.19 – Tag 6
Bad Harzburg- nach Canossa gehen wir nicht…
Von Sachsen Anhalt aus überqueren wir die Landesgrenze und sind wieder im Kreis Goslar. Direkt an der Grenze liegt Bad Harzburg. Dort zieht es uns hin. Nachdem ich den Morgen mit viel Gehen in Osterwieck verbracht habe, freue ich mich ganz besonders auf das nächste Füße ablaufen in Harzburg. Vielleicht hilft ein Bad im Jungbrunnen, der vor uns auftaucht. Er erzählt vom Jugendwahn, dem ständige Versuch, jung zu bleiben. Ein Bad könnte ja meinen Füßen gut tun. Doch der Brunnen ist überfüllt, hier tummeln sich schon viele seltsame Figuren nackt im Bade vereint. Wir sehen einen nackten König mit Krone, alte Männer und Frauen, eine junge Nixe mit Spiegel in der Hand und nicht zuletzt einen kleinen Teufel. Die Figuren schuf der Künstler Jochen Müller aus Quedlinburg.


Nun, nicht jünger aber hungrig suchen wir eine kleine Snackbar oder sowas ähnliches auf und setzen uns auf die wackeligen Stühle vor dem Laden. Der hier flott wehende Wind bringt ein wenig Abkühlung, die Kellnerin das Essen. Gegenüber schaufelt sich eine etwas korpulentere junge Dame erst ihr Essen und dann noch das Fleisch ihres Partners in den Kopf. Von nichts, kommt nichts.
Nach der kleinen Pause geht es weiter durch die, mit alten Kastanien umsäumte Bummelallee von Bad Harzburg, die Herzog-Wilhelm-Straße. Mein Schatz macht mich wieder fertig, mit hier schauen da schauen, och wir können ja noch bis da und bis da und bis da gehen. Links, später rechts plätschert die Radau vorbei, ein Fluss der weiter oben einen Wasserfall bildet und bei Hochwasser echt Radau machen soll. Doch heute plätschert sie nur vor sich hin und fördert meinen Harndrang.
Inzwischen hat Marion festgestellt, dass es nicht mehr weit zur Burgbergseilbahn ist. Wer unsere Geschichten liest, weiß was nicht weit bei Marion bedeutet. Ich füge mich in mein Schicksal, muss aber vorher erst dem Drang des Harnes nachgeben und ein WC aufsuchen. Das Hexenwerk- Restaurant wird von Marion nicht als Wasserwerk akzeptiert, also mache ich es öffentlich, auf einer öffentlichen Toilette.
Die Burgbergbahn soll uns auf den 483 Meter hohen großen Burgberg bringen. Dazu braucht sie drei Minuten. Wir toppen diese drei Minuten locker, um unsere im Hotel bekommene Freikarte einzulösen. Es stellt sich heraus, dass das Hotel für zwei Personen nur eine Karte herausgerückt hat. Eine Freikarte für zwei Personen passt nicht wirklich, dann wollen wir nur die Bahn benutzen, aber nicht den Baumwipfelpfad. Es ist auch verwirrend, wenn ein Hund auch mitmöchte, - für eine Person und Hund nachlösen wird dann spannend und dann kommt noch der Schwerbehindertenausweis ins Spiel und das Chaos ist perfekt.
Die Kassiererin hält sich tapfer, dann testen wir die Ruhebleib-Grenze des Schaffners aus, denn wir haben nun jede Menge Karten, aber keine Ahnung, wofür welche Karte ist. Make my day.
„Ihre Karten, bitte. Danke. – Die sind nicht richtig, damit kommen sie nur in den Baumwipfelpfad. Nein, für die Rückfahrt brauchen Sie keine Extrakarte. Wem gehört der Hund? Der Hund braucht eine Karte. Ja, auch eine Rückfahrkarte, es sei denn Sie lassen ihn oben. Nein, der Hund darf nicht mit auf den Baumwipfelpfad. Richtig, dann brauch er keine Karte für die Baumwipfel. Nehmen sie einfach Ihre Karten und gehen Sie in die Seilbahn.“
Eine dumme Frage gönne ich mir noch: „Komm ich mit den durchgerissenen Karten auch wieder runter?“ Ein böser Blick trifft mich und ich gehe lächelnd in die Gondel.
Drei Minuten später sind wir oben.
Auf dem Großen Burgberg finden sich die Ruinen der Harzburg. Leider nicht viel von über. In der Ferne können wir den Brocken sehen. Eine Säule erhebt sich seit 1877 in den Himmel. zu Ehren von Reichskanzler Bismarck wurde die Canossa-Säule hier auf dem Platz abgestellt. Vom Rand des Platzes aus erhaschen wir, an aufgereihten Liebesschlössern vorbei einen beeindruckenden Blick auf das weite Harzvorland.
Auf der Säule prangt geschrieben: Nach Canossa gehen wir nicht.
Damit ist nur bedingt der berühmte Gang nach Canossa von König Heinrichs IV. im Jahr 1077 zu Papst Gregor VII. zur Burg Canossa gemeint. Vielmehr wird Bezug genommen, auf die Rede Bismarcks am 14. Mai 1872 im Reichstag. Dabei zog er eine rhetorische Parallele mit dem Canossa-Gang, die später zum geflügelten Wort und zur Denkmalsinschrift wurde. Und jetzt wird der Rückweg zum Auto mein Gang nach Canossa. Meine armen Füße.
Abends gibt es Leckerchen und diesmal tatsächlich im Klosterhotel.
Zurück in der Kloster Remise darf ich dann wieder in die dritte Etage steigen, - einfach unbezahlbar,- weniger pust, weniger stöhn.

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