Ochsensalami
Fr. 16.08.13

Merseburg_1Die Nacht war warm, das Fenster offen. Zumindest die ersten Stunden. Ich habe es mitten in der Nacht geschlossen, weil Flug- und Eisenbahnlärm in meinen Schlaf eingedrungen ist.

Trotzdem bin ich guter Dinge, denn gleich beim Duschen werde ich das erste Mal im Leben einen Duschvorhang mit Wappen am Hintern kleben haben.*ggg

Das Frühstück ist wirklich erstklassig und wir können nicht motzen. Heute Morgen werden wir erst einmal über die Messe gehen und uns umsehen. LebensArt, wir kommen.

Am Eingang lassen wir uns für späteres Wiederkommen registrieren, denn wir wollen nachmittags noch einmal über den Platz schlendern und vielleicht Geld ausgeben.

Jetzt wollen wir nur schauen. Wir schauen uns die Wärmekabinen, die Gartenmöbel, die Gartendeko, Blumen und Pflanzen und viele andere schöne Dinge an. Wir müssen uns zurückhalten, um nicht sofort zuzugreifen, denn vorher fahren wir noch Merseburg an.


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Merseburg liegt an der Saale und hat einen Dom und eine Hochschule und ist ein hübsches Städtchen. Die bekannten Merseburger Zaubersprüche sollen hier entstanden sein. Merseburg ist einer der ältesten Städte Sachsen-Anhalts. Schkopau grenzt an Merseburg und so müssen wir nur wenige Kilometer fahren, um uns die Domstadt mit Schloss anzusehen.

Vor dem Schloss, auf dem Schlossplatz finden wir etwas Eigenartiges: Einen Käfig mit zwei Raben darin. Ihr wartet bestimmt schon auf die Sage, die jetzt unweigerlich kommen muss?

Okay, hier kommt sie:

Thilo von Trotha, Bischof von Merseburg, besaß einen goldenen Siegelring, ein Geschenk seines Freundes, des Bischofs von Naumburg.

Eines Tages war der Ring verschwunden. Jähzornig, wie er war bezichtigte er seinen langjährigen Diener, den Ring gestohlen zu haben. Der Diener beteuerte seine Unschuld aber trotzdem ließ Thilo von Trotha ihn hinrichten.

Kurz darauf wurde der Ring in einem Rabennest gefunden.

Thilo von Trotha war bestürzt und ließ als Mahnung, kein Urteil im Jähzorn zu fällen, im Schlosshof einen Vogelbauer errichten. In diesem Käfig muss seitdem ein Kolkrabe für den Diebstahl büßen.

Nun ja, heute gibt es ja Tierschützer und so muss der Rabe nicht mehr allein „einsitzen“. Er hat eine Partnerin und eine große Voliere bekommen. Böse Zungen würden sagen, die Tierschützer haben dafür gesorgt, dass noch ein Rabe einsitzen muss. Wie auch immer, ich hätte lieber Thilo im Käfig gesehen.

Wir schauen uns den Dom und das Schloss mit Park an.

Da wir noch über die Messe in Schkopau gehen wollen, müssen wir frühzeitig zurück.

Wie erwartet, geben wir auf der Messe Geld aus: Eierlikör und Mettwurst wechselt in unsere Hände, an der Ochsensalami komme ich auch nicht vorbei und die Ramblerrose wird demnächst unseren Walnussbaum zieren.

Das Abendessen wartet schon auf uns und wir werden diesmal normal gestylt unseren Tisch besuchen. Ich stelle fest, dass auf meiner Tischseite Gabel und Löffel fehlen und teile dies der Kellnerin mit. Nach etlichen Minuten stellt uns die nette Dame einen Korb mit Brot auf den Tisch. Dann warten wir auf unsere Vorsuppe. Nach 15 Minuten legt mir die nette Dame eine Gabel auf den Tisch und ich nutze die Gelegenheit, um ein zweites Bier zu bestellen. Wir warten immer noch auf unsere Vorsuppe. Nach 30 Minuten fragen wir dann doch mal vorsichtig nach, ob zum Brot eventuell auch eine Suppe gehört. Die kommt dann auch kurz darauf und ich frage höflich, ob ich die Suppe mit der Gabel essen soll oder ob ich doch noch einen Löffel bekomme. Nun, der kommt dann auch.

4 Sterne Service der Spitzenklasse über den Marion und ich herzhaft lachen.

Zur Ehrenrettung möchte ich hier nicht verheimlichen, dass eine andere nette junge Dame unseren Tobi mit Wasser und Leckerli verwöhnte. Unser Hund hatte den 4 Sterne Service *ggg

Unsere Tischnachbarn lassen ihr Essen umgehen, da die falschen Gerichte serviert wurden.