So 05.07.15
2) Kies me

BildeinblendungSassnitz (früher: Saßnitz) liegt auf der Halbinsel Jasmund. Jasmund ist übrigens Nationalpark. Die Buchenwälder darin sind als Weltnaturerbe eingestuft. Bekannt ist die Kreidefelsenküste, die wir jetzt ansteuern. Heute werden wir die Küste von Land aus erkunden. Dafür parken wir in den oberen Regionen der Stadt und wandern mal wieder, bei über 30 Grad im schönsten Sonnenschein zu den Kreidefelsen. Irgendwie werden wir einfach nicht schlau. Leicht überhitzt erreichen wir die Felskante.

Da ich von hier oben aber keine vernünftigen Fotos machen kann, wird der Weg abwärts ins Auge gefasst. Sollen wir es wagen, die Holzstufentreppe hinab zum Kieselstein- Strand zu nehmen und evtl. wieder hinauf zu müssen, weil vielleicht kein Weg am Strand entlang zur Stadt führt? Aber wir sind ja Entdecker, entdecken wir den Weg nach Amerika, ach nee, zur Strandpromenade. Treppe runter geht ja meist ganz gut, so auch hier. Unten landen unsere Füße auf kleineren und größeren Kieselsteinen. Das Gehen auf den eiförmigen Steinen ist etwas gewöhnungsbedürftig. Hier unten knallt uns die Sonne voll aufs Haupt. Daher vergessen wir, nach Hühnergöttern zu suchen. Nein, wir haben noch keinen BildeinblendungSonnenstich. Hühnergötter sind Steine, meist Feuersteine, die in der Mitte ein natürlich entstandenes Loch haben. Die kann man hier, an der Ostsee aber auch an der Nordsee finden. Sie gelten als Glücksbringer. Ohne Glücksbringer könnten wir allerdings gleich einen Sonnenstich bekommen.
Die Kreidefelsen strahlen weißlich im Sonnenlicht. Mit Schweiß in den Augen ist fotografieren gar nicht so einfach. Nach einigen Metern versperren alte Baumstämme den Weg. Bizarr liegen sie, anscheinend unüberwindlich quer über den Strandabschnitt. Eine nette Dame meint, man könne durchgehen bis zur Strandpromenade, allerdings wäre es noch ein Stück weit. So eiern wir über die Steineier, bis zu den Baumstämmen. Mit Hilfe meiner hingehaltenen Hand schafft auch Marion den Akt des Baumstämme über, durch, vorbei Kletterns.
Inzwischen läuft mir der Schweiß den Rücken hinab, findet die Rille der Wirbelsäule und nähert sich über diese abwärts der Furche des hinteren Mittelteils meines Körpers. Kurz, mir läuft der Schweiß in die Poporitze. Doch dann finden wir einen Steinkreis und den schattigen Weg durch den Wald. Schatten, welche Wohltat! Das nennt man Glück ohne Hühnergötter.
Über den Waldweg erreichen wir die Promenade. Hotels, Restaurants und Cafés finden sich rechts von uns. Links spiegelt sich die längste Außenmole Europas in der Ostsee. 1450 Meter können wir über diese Brücke ins Meer gehen. Wir gehen nicht ins Meer, wir gehen ins Restaurant, um mal wieder für fast Nichts tief in die Tasche greifen zu dürfen.

 

BildeinblendungBildeinblendungDie Sonne scheint weiter hübsch vom Himmel und darum machen wir noch eine Fahrt entlang dem Bodden und benutzen einen Imbiss mit Außenbänken als Aussichtsstation. Es müsste der Jasmunder Bodden sein, auf den wir blicken. Bodden sind große Lagunen, also Küstengewässer, die durch Landzungen vom Meer getrennt sind.

Ein sonniger Nachmittag geht in den Abend über und wir machen uns fürs Buffet fertig. Heute bekommen wir ein Fischbuffet. Ein ganzer Lachs lacht aus der Terrine, viele Sorten Fisch werden geboten, Salate und Gemüse fehlen nicht. Der Duft von frisch gebackenen Brot weht durch das Storchennest. Storchennest ist der Name des Restaurants oder besser, des überdachten Innenhofbereiches des Hotels. Es ist gemütlich und nach dem Essen setzen wir uns mit einigen anderen Gästen zusammen. Es wird ein lustiger und geselliger Abend, der bis in die Nachtstunden andauert. Auch unser Hotelchef setzt sich zu uns und gibt einige Runden kleine Schnäpse aus.
Auf Rainer, Prost.


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