Pigalle

Nachdem wir uns an das bunte Treiben und den Bildern satt gesehen haben, bewegen wir unsere Körper wieder den Hügel hinab. Dort unten hat sich das Rotlichtviertel von Paris breit gemacht. Wir schlendern vorbei an dem Vergnügungslokal Le Moulin de la Galette und nähern uns dem Place Pigalle und dem bekanntesten Vergnügungs- und Tanzlokal, der Moulin Rouge.

IMAG0166Markant und unverkennbar ist die Rote Mühle am Gebäude. Wir werfen einen Blick in den Eingangsbereich und schauen uns die Bilder der Veranstaltungen an. Ein Gag wird erst bei genauer Betrachtung und beim Vorbeigehen an den Bildern erkennbar. Die Beine der Tänzerinnen „tanzen" wenn man am Bild vorbei und wieder zurückgeht.
Der Effekt ist der gleiche, wie bei den 3D- Bildchen, die man hin und her bewegen muss und dann auch eine „Bewegung" erkennen kann.
Ich finde das toll und lasse die Beine der Mädchen schwingen. Nach einiger Zeit merke ich, dass mich Beobachter für etwas beknackt halten könnten, wenn sie meine unkoordinierten Bewegungswiederholungen bemerken. Also bewege ich mich leise pfeifend und normal gehend weiter.

So schreite ich denn die Straße entlang und betrachte die Schaufenster. Bei einigen der frivolen Gegenstände, die dort ausgestellt werden, muss ich den Lachkrampf mit Gewalt unterdrücken. Bei dem Stuhl mit „Zungenrad", ja leck mich *ggg, kann ich dann aber nicht mehr an mich halten.
Nach einigen hundert Metern stelle ich eine Vereinsamung fest – wo ist denn mein Schatz geblieben? Irritiert schaue ich zurück und siehe da, mein Weibchen lächelt mich aus weiter Ferne an. Nachdem sie mich wieder eingeholt hat, frage ich, warum sie mich allein durch die Gegend gehen lässt.
Verschmitzt lächelnd antwortet meine Holde: „Ich wollte mal schauen, was du machst, wenn dich eine von den Damen anspricht und dich abschleppen will."
Ach ja, die käuflichen Ladies gibt es hier ja auch. Da habe ich gar nicht dran gedacht. Dann war es nicht mein umwerfender Charme, der die Damen zu diesen verlockenden Blicken bewog. Wieder einer Illusion beraubt, verlasse ich die Stätte meiner Schmach.

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