Bildeinblendung26.03.16
Ein- und Ausblicke
Heute wachen wir in anderen Betten auf, in den Betten vom Ebertor, dem Hotel, nicht dem Tor, hihi. Das Frühstücksbuffet lässt kaum Wünsche offen. Auch das Wetter zeigt sich von seiner Sonnenseite. Da bietet sich eine Fahrt nach Burg Sooneck an, denn dafür haben wir Eintrittskarten bekommen.
Wir fahren Richtung Niederheimbach, links liegt der Vater Rhein müde im Bett obwohl es doch gleich 12 schlägt. Von weiten sehen wir die stattliche Burg, aber die Zufahrt zur Burg verpassen wir glatt. Kleine Kehrtwende nötig. Die Zufahrt ist steil und eng. Gut 1 Kilometer von der Burg entfernt steuern wir auf den Parkplatz. Oh, wundervoller Berg, so schön, so steil, ich werde dich bezwingen. Stöhn. Aber wir Entdecker scheuen keine Mühen um euch Neues zu zeigen und von Burgen zu berichten. Stöhn. Endlich, da liegt das Gemäuer im hellen Sonnengegenlicht. Ich schieße trotzdem ein Foto, vielleicht wird es Gegenlicht gestylt hübsch.


Mit unseren Karten dürfen wir in den Innenhof und sind da etwas enttäuscht. Nicht gerade viel zu sehen, eigentlich nur der Hof und die bombastische Aussicht auf den Rhein, weit unter uns. Immerhin Bildeinblendungkündigt uns ein netter Mensch eine Führung durch das Burginnere an. Kurz darauf steigt er mit uns eine steile Treppe hinauf und vor der Eingangstür bekommen wir eine kleine Geschichtseinführung. Der nette Führer meint, wir könnten Tobi hier anleinen und dann zusammen die Burg erkunden. Marion bindet Tobi also im Vorhof fest und wir beide wissen, dass Tobi damit nicht einverstanden ist. Probieren wir es. Im Flur versucht der gute Mann, uns etwas zu erzählen, was aber im kläglichen aber dafür umso lauteren Tobi-Gebell untergeht. Marion erbarmt sich und geht zurück zu Tobi. Sie muss sich dann die Fotos ansehen, die ich mit Erlaubnis des netten Herrn machen darf. Vorher muss ich mir riesige Filzlatschen über die Schuhe ziehen. Ich denke, damit Geld fürs Bohnern gespart wird. Mit den Riesenpantoffeln geht’s dann durch die unteren und danach durch die oberen Räume. Das Ganze ist nicht sehr groß und es gibt auch nicht wirklich was Außergewöhnliches zu sehen. Derweil erzählt der Burgführer Geschichten von und über Burg Sooneck.
Burg Sooneck, früher auch Schloss Sonneck genannt, steht auf dem Steilhang des Binger Waldes zwischen Bingen und Bacharach. Die erste Erwähnung soll um 1271 erfolgt sein. Sie wurde von den Herren von Hohenfels verwaltet.1282 haut König Rudolf von Habsburg die Burg kurz und klein und verbietet den Wiederaufbau. Erst 1349 wird das Verbot durch Kaiser Karl IV wieder aufgehoben. Ritter Johann Marschall zu Waldeck baut Burg Sooneck in den folgenden Jahren neu auf.
1689 wird die Burg von Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. wieder zerstört. Schöner Mist. 1834 wird die verwahrloste Burg vom preußischen Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. und seinen Brüdern gekauft. Von 1843 bis 1861 wird Sooneck als Jagdschloss wieder aufgebaut. Die historischen Strukturen blieben erhalten und wurden auch beim Bau beibehalten. So ist sie ein Idealbild einer Burg geworden. Heute gehört sie dem Land Rheinland-Pfalz.
Die Führung ist nach etwa 40 Minuten beendet und ich streife meine Filzpantoffeln wieder ab. Marion und Tobi erwarten mich und es geht zurück zum Parkplatz. Hier gönnen wir uns ein kleines Picknick.

 


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