Bildeinblendung23.03.16
Altes Gemäuer

Der Morgen kommt kalt daher. Das Frühstück gibt es im Gewölbekeller, klein und gemütlich. Alles da, was sich die Entdecker wünschen, aber wir sind ja auch bescheiden. Andere werden einige Dinge, wie Lachs etwa, vermissen.
Heute schauen wir uns Boppard näher an. Für Marion heißt das, Fußgängerzone entern. Der staatlich anerkannte Fremdenverkehrsort hat allerdings nur eine kleine Einkaufszone. Dafür gibt es Geschäfte, die man nur noch selten sieht. Beim Warten auf meine Shoppingqueen, die sich mal wieder Schuhe besorgen muss, fällt mir ein selbsternannter Spezialitätenladen auf. An der Hauswand prangt ein Gemälde mit der Überschrift „Schlemmershop“. Frisches Gemüse parkt in flotten Holzkisten vorm Eingang. Drinnen finden sich Regale, gefüllt mit einem bewundernswerten Sammelsurium von Gläsern, Dosen und Flaschen. Schade, dass ich mit dem Hund an der Hand nicht in den Laden darf.


Nachdem mein Schatz mit neuen Schuhen gesegnet wieder das Licht von Boppard erblickt hat, schreiten wir gemächlich zum Marktplatz und daran vorbei zum Hauptbahnhof. Ein runder Turm steht beim Hauptbahnhof herum, der Säuerlingsturm. Wir schwenken rechts zum Ebertor. Das Ebertor hat seinen Namen nach dem ehemaligen Hof des Klosters Eberbach. Aber es ist nicht nur das schmucke Tor, was wir uns ansehen wollen. Hinter dem Tor findet sich unser nächstes Hotel, das Hotel Ebertor. Im Ebertor, also nicht im Tor, sondern im Hotel werden wir uns morgen einquartieren.
Jetzt aber marschieren wir erst einmal an der weiß getünchten Karmeliterkirche vorbei und wandeln über die Rheinpromenade in Richtung hübsch renoviertes Museum. Tobi begrüßt unterwegs zig Hundekumpels, erschnüffelt an allen möglichen und unmöglichen Gegenständen den Duft der Hundedamenwelt, pieselt alle Bäume und Nichtbäume an und nervt uns entsprechend. Er entgeht nur knapp der Einkerkerung in die alte kurfürstliche Burg, die nun das Stadtmuseum ist. Einkerkern kann man hier nicht mehr, aber eine Dauerausstellung zu Michael Thonet und seinen Bugholzmöbeln betrachten.
BildeinblendungUns zieht es nicht zu Möbeln, wir tippeln zur Basilika St. Severus, der katholischen Pfarrkirche. Die Kirche wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut und steht unter Denkmalschutz. Peter zieht es mit der Kamera ins Innere der heiligen Stätte, wo sich zuvor ein römisches Militärbad befunden haben soll. Das Bad ist weg, der Peter da, bitte lächeln, Foto. Oh, Osterzeit! Das Triumphkreuz von etwa 1220 ist verhangen. So kann ich die Christusfigur am Kreuz, die keine Dornenkrone, sondern eine Königskrone trägt, nicht fotografieren.
Ein Kaffee wäre jetzt nicht schlecht, also zurück zum Marktcafé. Nachdem wir uns genüsslich leckeren Kuchen einverleibt haben, beschließen wir die römischen Überreste von Kastells Bodobrica zu bestaunen. Die Ruinen der alten römischen Stadtmauer sind aber nicht unbedingt des Staunens wert und daher schicke ich etwas enttäuscht Marion durchs Mauerloch. Fürs Foto krabbelt sie durch die Öffnung.
Hier hat das mittelalterliche Tanzhaus gestanden. Stadtmauerreste gehen mit modernen Einfamilienhäuser eine Einheit ein, genauso, wie der römische Teil der Mauer mit dem mittelalterlichen Teil einen Verbund bildet. Zur alten Stadtbefestigung gehört auch das Ebertor, der Säuerlingsturm und die kurfürstliche Burg. Wir verlassen die Römerecke durchs Binger Tor, von dem aber nur noch ein kläglicher Mauerrest vorhanden ist. Gestern Abend hatten wir in der Severus Stube lecker und preiswert gegessen und darum entschließen wir uns, noch einmal die kleine Gaststube aufzusuchen.
BildeinblendungDie Severus Stube ist ein kleines Familienunternehmen, das sich bereits in dritter Generation mit seiner Persönlichkeit und Qualität in der Bopparder Gastronomie einen festen Platz geschaffen hat. So steht es auf der Homepage und wir können es bestätigen. Peterchen bestellt sich ein Süppchen und einen Spießbraten, Marion eine Pasta mit Krabben. Das Rindersüppchen ist ganz gut gewürzt, kurz vor versalzen. Der Spießbraten verschwindet unter Zwiebeln. Marions Pasta ist auch gut gewürzt. Im Gegensatz zu gestern sind wir heute dann mal weniger begeistert, aber durchaus mit dem Preisleistungsverhältnis zufrieden. Darum möchten wir euch einen Besuch in der kleinen, urigen Gaststube empfehlen. Probieren geht über studieren.
Sererus Stube, Untere Marktstr. 7, 56154 Bopprad, Telefon: 06742/3218
Durch das heimelig beleuchtete Boppard geht es zurück zur Reblaus.