BildeinblendungSa 30.09.17
Wir sind mal wieder auf Entdeckungstour. Diesmal haben wir uns Nürnberg ausgesucht. Es ist Samstag und das Wochenende vor dem Tag der Deutschen Einheit und somit müssen wir mit einigen Staus rechnen. Die Rechnung geht dann auch auf und vor Würzburg weichen wir dem angesagten Stau aus und fahren über die Landstraßen und Dörfer. So dauert unsere Anfahrt etwas länger als geplant und wir kommen erst um etwa 17 Uhr im Loew´s Hotel Merkur an. Ich kurve dann gleich mal um die Ecke, auf den Parkplatz und Marion fragt nach, ob wir auf dem Platz richtig sind. Wie sollte es anders sein, natürlich sind wir falsch und müssen eine Runde ums Hotel fahren, um auf die, hinter dem Automatiktor liegenden Stellplätze zu gelangen. Hier darf ich dann meine Fahrkünste unter Beweis stellen, denn die Plätze sind etwas eng gestaltet und angeordnet.


Die nächsten Tage werde ich den Wagen nicht mehr bewegen, denn wir wohnen altstadtnah. Was das für mich heißt, wisst ihr ja inzwischen: Fußschmerz.
Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, darf ich das gleich ausprobieren. Stadtbesichtigung im Abendlicht. Nur so am Rande, mir geht es schon seit Tagen nicht gut. Ich bekomme kaum Luft und fühle mich, als müsste ich noch 5 Personen mitschleppen. Erst viel später, nach dem Urlaub wird sich herausstellen, dass mein herzlicher Schrittmacher seine Programmierung vergessen hat und im Notprogramm arbeitet. Mein hervorragender Kar-Idiotologe hat das leider nicht erkannt, als ich ihn vorm Nürnbergtripp meine Beschwerden schilderte.
BildeinblendungSo quäle ich mich nun durch den Nürnberger Hauptbahnhof, um in die Altstadt zu gelangen. Wir müssen gut 800 Meter quer durch den Bahnhof, der gut mit Menschen aller Nationen gefüllt ist. Dann noch über die Hauptstraße und schon stehen wir auf der Brücke zum Handwerkerhof. Der Handwerkerhof liegt hinter der historischen Stadtmauer und es gibt ihn schon seit 1971. Im ehemaligen Waffenhof fühlen wir uns ins Mittelalter versetzt. In den engen Gassen, flankiert durch kleine Fachwerkhäuser finden wir urige Gaststätten und Handwerksläden. Die kleinen Gassen sind mit Besuchern gut gefüllt. Wir lassen uns mit dem steten Menschenstrom zum Ausgang treiben und werden dort zur Altstadt hin ausgespuckt. Puh, frei! Oder auch nicht, denn es ist Wochenende und um diese Uhrzeit ist Nürnberg brechend voll mit Einheimischen, Fremden, Ausländern und Touristen. Auf ins Getümmel. Inzwischen ist das Licht zu einem goldenen Vorhang geworden. Fantastisch glänzt St. Lorenz im Abendsonnenlicht. Auch das Nassauer Haus, gegenüber der gotischen Kathedrale, das einzige erhaltene mittelalterliche Turmhaus der Stadt, leuchtet orange im Sonnenlicht. Dieses sanfte rötliche Licht deckt die Stadt mit einer stimmungsvollen Decke aus leichter Wärme zu. Durch dieses fantastische Licht spazieren Marion, Tobi und ich durch die Altstadt.
Eine Säulenreihe erregt unser Interesse. Es ist die „Straße der Menschenrechte“ des israelischen Künstlers Dani Karavan. Auf 27 Betonsäulen stehen Auszüge der Artikel der Menschenrechtserklärung von 1948. Tobi beherrscht sich und pinkelt die Säulen nicht an. Auch die am Ende stehende Säuleneiche bekommt keinen Guss ab.
Zurück im Hotel, bekommen wir unser Abendessen und fallen müde ins Bett.