BildeinblendungDas Frühstücksbuffet war sehr gut bestückt, sogar Spiegeleier lachten uns an. Dafür lohnte sich der Weg über das Kopfsteinpflaster zum Hotel. Das Wetter war immer noch top und so beschlossen wir, Plau am See zu besuchen. Plau am See ist seit 1998 staatlich anerkannter Luftkurort. Eine hübsche Altstadt, die 800 Jahre alte Pfarrkirche St. Marien und natürlich der Hafen luden uns zum Verweilen ein. Plau mit seiner hübsche Altstadt befand sich direkt am Plauer See. 1235 erhielt Plau, damals noch „Plawe“, Stadtrechte.

Morgenstund hat Zahnpasta im Mund. Ich darf wieder Christine besuchen und somit meine Füße auf das liebliche Kopfsteinpflaster setzen. Das Hotel Christine hat ein gut bestücktes Frühstücksbuffet aufgebaut. Eine reiche Auswahl an Käse, Wurst, gekochten, gespiegelten und gerührten Eiern, Bock- und Bratwürstchen, Konfitüren, Joghurt und und und - will von uns aufgegessen werden. Die verschiedenen Brötchensorten sind frisch und schmecken Bäcker meisterlich. Für so ein Frühstück lauf ich gerne über mit Köpfen gesteinigten Pflastern, oder so.

 

Schon so früh strahlt sonnige Wärme vom Himmelszelt. Ein Besuch in Plau am See bietet sich da an. Werfen wir uns in den KIA und rauschen wir klimatisiert nach Plau.

Plau am See ist ein bekanntes Touristenziel und somit sind die Parkplätze gut ausgelastet, sprich, man sucht sich dusselig. Wir haben Dussel und ergattern einen gebührenfreien PP in Hafennähe. Dann beginnt, wie immer, die Folter der Stadtbesichtigung, heute etwas folterverstärkend bei über 30 Grad und schönster Sonnenbestrahlung.

Unterwegs treffen wir auf die Pfarrkirche St. Marien. Die 800 Jahre alte Kirche wurde in den letzten Jahrzehnten umfangreich saniert. Peter möchte das Innenleben fotografieren und geht als Erster ins Kirchenschiff und muss erst einmal unter die Orgelempore durchschreiten. Dann erschlägt mich der Blick in die Halle der Kirche, ist ja auch eine Hallenkirche. Vier mächtige Pfeiler tragen das Gewölbe, Baujahr 14. Jahrhundert. An den Seiten sehe ich weitere Emporen in luftiger Höhe mit weiteren Bänken. Okay, ich geh mal hoch, von oben Bilder machen. Nun aber noch nach vorne zum Altarbereich. Der Altarraum wird vom Bild der Kreuzigung Jesu, des Malers Friedrich Lange dominiert. Schnell noch die Sakristei aus dem 14. Jahrhundert mit dem geschnitzten Altar bewundern. Der Mittelteil zeigt die Kreuzigungsszene, die Seitenflügel zeigen die Handwaschung des Pontius Pilatus und die Beweinung Christi nach der Kreuzabnahme. Ich bewege mich wieder hinaus in die Sonne und weiter durch Plau, nachdem auch Marion ein Auge ins heilige Gebäude geworfen hat.
So wandern wir durch die Stadt in Richtung Hafen.
Irgendwann meldet meine Blase Füllstandende. Doch meine Bitte um Flüssigkeitsentlastung – „Schatz, hier könnten wir doch kurz eine Cola trinken, ich muss mal“- ignoriert meine nicht immer bessere Hälfte, holt den Stadtplan raus und zeigt auf dem Leuchtturm. „Schau mal, wir können doch hier entlang zum Leuchtturm gehen, am Wasser lang. Da soll es zig Cafés geben. Da ist es doch viel schöner“, gesagt getan. Ich will aber eigentlich nicht schöner, sondern pinkeln. Erhöhen wir also den Grad der Folter um gefüllte Blasen. Entlang der Hafeneinfahrt und der Anleger gibt es ein überfülltes Café, 3 kioskähnliche Verkaufsstände und den Leuchtturm. Inzwischen meldet meine Blase akuten Höchststand und meine Laune Niedrigstand. Am Leuchtturm gibt es einen weiteren Kiosk. Um ihn zu erreichen, müssen die gefüllte Blase und ich über eine kleine mit Treppen versehene Brücke und Hinweisschilder versprechen Toilettenerlösung. Aber wie es das Schicksal will, sind die WCs irgendwo versteckt und nicht auffindbar. Mir reißt der Geduldsfaden, bin stinksauer und trete den Heimweg zum Parkplatz an. Auf der kleinen Brücke überlege ich, um wie viel Meter der Wasserspiegel ansteigt, wenn ich von hier oben ins Wasser pinkeln würde. Ich entschließe mich aber dickköpfig zum Gewaltmarsch in Richtung Parkplatz und von dort zur Fahrt nach Lübz. Kurz bevor die Blase platzt erreiche ich das Appartement und den rettenden WC-Topf. Während etwa 100 Liter gut erwärmter Urin meinen Körper verlassen, überlege ich, ob das ein Mordanschlag meiner Frau war und ich vielleicht zum Gegenschlag ausholen sollte.

Das abendliche 5 Gang Menü beruhigt dann die Gemüter.