BildeinblendungFr. 23.02.18
Etwas hektisch verlassen wir das vor Kälte zitternde Heimatdorf. Okay, ich zittere vor Kälte, das Dorf weniger. Wir fahren zur Vorstandssitzung der DCIG nach Mainz aber vorher durfte Marion noch etwas arbeiten, daher die oben genannte Hektik. Da ich jetzt das Rentnerleben mein Eigen nenne, habe ich eh keine Zeit mehr. Die ehrenamtliche Vorstandsarbeit im Cochlea Implantat Verband NRW nimmt mir einiges an Freizeit weg. Dafür darf ich vermehrt durch die Gegend fahren, um Hörtage, Symposien, Workshops und Vorstandssitzungen zu besuchen. Gut, ich gebe zu, meistens macht es Spaß.


Durch die eisige Kälte surrt unser Auto in Richtung Mainz und wir erreichen sogar früher als gedacht das Hotel Erbacher Hof. Der Erbacher Hof war ehemals Wirtschaftsbetrieb des Klosters Eberbach in der Altstadt von Mainz. Heute ist er Akademie und Tagungszentrum des Bistums Mainz.
Zitat: „Inmitten der Mainzer Altstadt und in Nachbarschaft zum tausendjährigen Dom wird im Erbacher Hof mit seiner geglückten Synthese aus dem historischen Stadthof der Mönche von Kloster Eberbach und einem modernen Tagungsbau der Atem einer großen Tradition spürbar.“
Stimmt, aber bevor mir bei der Parkplatzsuche der Atem der großen Tradition ausgeht, frage ich an der Rezeption nach. Es gibt eine Tiefgarage, allerdings ist diese die Enge selbst. Gut, dass wir mit dem Jazz gefahren sind, bei meinem Kombi müsste ich jetzt die Außenspiegel einklappen. Mit Jazz und Tiefgarage bekomme ich eine geglückte Synthese hin. Diese Vereinigung zu einer neuen Einheit werde ich bis zur Abreise auch nicht mehr entzweien. Ich bin ja nicht blöd und fahre mehrmals in dieses Ding rein und raus. Übrigens, wir müssen für dieses kleine Abenteuer natürlich zahlen.
Unser Zimmer ist hübsch, liegt im 2. OG und ist mit Aufzug zu erreichen. Wir haben noch Zeit, schon mal einen ersten Blick auf und in den Mainzer Dom zu werfen, der nur ein paar Schritte entfernt seine Türme in die Höhe reckt. Der Hohe Dom St. Martin zu Mainz, wie die Bischofskirche heißt, ist die Kathedrale der römisch-katholischen Diözese Mainz. Der kalte Wind fegt mir durchs Gesicht und meine Nase wirft ihm hübschen Rotz hinterher. Auf dem Weg ins Innere des Doms überlege ich, ob die Kälte es schafft, meine Nasenflüssigkeit zum Eisklumpen zu machen, bevor er oder sie auf die Erde trifft. Mit eiskalten, starren Fingern fische ich ein Taschentuch aus nicht vertrauenserweckenden Papier hervor und putze mir das Näschen.
Der Dom ist innen eher bescheiden ausgestattet und mit einer drückenden Dämmerung gefüllt. Es finden sich kaum lichtdurchflutete große Fenster. Da ich wegen der eisigen Kälte und des schneidenden Windes keine Kamera dabei habe, bin ich darüber nicht wirklich traurig.
Doch jetzt müssen wir zurück zum Erbacher Hof, die Vorstandssitzung beginnt.