BildeinblendungNachdem Schwiegermama einen hübschen Sturz hinlegte und ihr Knie etwas lädiert war, stand unser gebuchter Silvestertripp auf der Kippe. Wir mussten also erst einmal Leer ansteuern und uns um Mam kümmern. Die 87 jährige Lady ist aber ein Stehaufmännchen und so konnten wir doch pünktlich, mit einigen hundert Kilometern mehr auf dem Tacho nach Bodenwerden an der Weser aufbrechen.
Silvester werden wir im Haus Hubertus verbringen, - kleiner Kreis, nicht viel Geknalle, direkt am Wald, einige Hunde und die Kochkreationen von Alexander. Eine nicht alltägliche Mischung. Lassen wir uns überraschen!


Schmuddeliges feuchtes Winterwetter begleitet uns auf unserem Weg von Leer nach Bodenwerder an der Weser. Diesmal stören keine großen Staus das Vorwärtskommen. Da wir aber erst spät von Leer losfahren konnten, kommen wir etwas spät gegen 19 Uhr am Haus Hubertus an. Die steile Straße hat der KIA nur widerwillig bewältigt und er freut sich, endlich auf dem kleinen Parkplatz gegenüber des Hotels zu stehen. Wir laden nicht aus, sondern melden uns kurz bei unserem Gastgeber, Alexander Hahn, der schon mit dem Abendessen auf uns wartet. Er zeigt uns unser Zimmer und dann geht’s schnell ins Esszimmer, denn wir haben Hunger. Im Esszimmer sind schon die anderen Silvestergäste versammelt, die freundlicher Weise mit dem Essen auf uns gewartet haben. Ihr werdet euch über das Esszimmer und das Warten der Gäste sicher wundern. Tja, Haus Hubertus ist anders.Bildeinblendung Wir wissen nicht so recht, ob wir es als Pension oder als Hotel bezeichnen sollen. Das seit 1954 familiär geführte Haus verbreitet einen besonderen Charme. Die Einrichtung des Hauses ist im 60er Jahre Stil gehalten und scheint auch seit dieser Zeit die Räume zu füllen. Trotzdem oder gerade deshalb strahlt das Haus eine behäbige Gemütlichkeit aus und wir fühlen uns sofort wohl. Es gibt keinen großen Speisesaal, sondern mehrere kleine Essräume.
Rosemarie Brandt-Hahn und Alexander Hahn, unsere Gastgeber sind ebenfalls charmant und etwas Besonderes.
Alexander Hahn erinnert an Guildo Horn mit mächtigem Bauch. Gesegnet mit künstlichen Knie- und Hüftgelenken schaukelt er, manchmal gefährlich einknickend, durch den Gang um uns das Essen zu servieren. Die Gerichte, die er uns die nächsten Tage auf den Tisch stellen wird, kocht und kreiert er selbst. Wer Jägerschnitzel und Co. erwartet, wird diese hier nicht finden. Dafür werden Menüs mit bestem Fleisch angeboten, das per Niedertemperatur acht Stunden und mehr gegart wurde. Die Vorsuppen beinhalten Zutaten, bei denen sich meine Stirn Bildeinblendungin Falten legt und die trotzdem gut schmecken. Besondere Leckerbissen sind die kleinen Vorspeisen, wobei mir die selbstgemischten Pasten mit dem frischen Brot besonders gut schmeckten. Natürlich ist auch das Dessert nicht nullachtfünfzehn. Hausgemachtes Salz-Eis oder Portugiesischer Kokoskuchen beschließen die kulinarische Entdeckerreise. Allerdings muss ich auch auf zwei etwas zu gut gesalzene Fehlleistungen hinweisen, die aber bei der Fülle der Gerichte verzeihbar sind, zumal Alexander den Laden allein schmeißt. Seine Mutter, Rosemarie Brandt-Hahn ist gesundheitlich angeschlagen und hat auch schon ein gesegnetes Alter erreicht. Sie kann Alexander nicht groß unterstützen.
Im Haus Hubertus sind Hunde willkommen. Daher darf Tobi ein paar Artverwandte begrüßen. Da sind Krümel und Gizmo, die sich mit Tobi verstehen und die zwei Dackel, die sich nicht mit Tobi anfreunden wollen und lieber auf dem Zimmer bleiben. Einen Tag später kommt noch eine ältere Hundedame, die aber ihre Ruhe haben möchte und Tobi die kalte Rückseite zeigt.
Hunde dürfen mit ins Esszimmer, sofern sie sich benehmen und nicht über den Tisch laufen oder die Hauskatze jagen. Zum Frühstück freut sich Tobi, denn jeden Morgen finden wir Leckerli für die Hunde auf einem kleinen Teller, separat für jeden Hund. Eine nette Überraschung.