Donnerstag, 02.04.2015
Die Engländer kommen…


In Ellenz _10Für heute haben wir einen Besuch in Beilstein vorgesehen. Hier gibt es nämlich das beste Eis jenseits des Horizonts. Das kleine mittelalterliche Städtchen war inzwischen des Öfteren unser Ziel, daher muss ich an dieser Stelle keine großen Erklärungen abgeben. Nachdem wir wieder einen Rundgang gemacht haben und anschließend noch einmal einige Stufen hoch gehen, landen wir im kleinen Café „Klapperburg“. Hier können wir uns aufwärmen und einen Kuchen genießen.

Wir wollen heute noch eine Weinprobe machen und suchen den Weinkeller, den wir irgendwo gesehen haben, aber nicht mehr wissen, wo. Wir eiern bis Poltersdorf und unten herum zurück, finden aber das Hinweisschild nicht mehr. Enttäuscht gehen wir zurück zum Hotel und ein paar Meter vom Hotel entfernt, strahlt uns das Hinweisschild an. Boh, dafür spiele ich Camelman und latsche meine Schuhsohlen durch. Wir machen einen Termin für heute Abend aus, denn heute essen wir früher und müssen daher jetzt erst zum Hotel. Heute erwartet das Goldbäumchen zwei Busse mit Engländern. Damit ist das Hotel ausgebucht und 100 Essen müssen verteilt werden. Um dem erwartete Chaos zu entgehen, essen wir zeitig. Nachdem unsere Bäuche voll sind, lässt sich die kleine Weinprobe gut vertragen. Im kühlen fechten Weinkeller erzählt uns die Besitzerin ein paar Geheimnisse rund um den Wein. Hier im Keller lagert der Wein tatsächlich noch in Holzfässern. Das ist nur möglich, wenn der Keller eine gewisse Feuchte aufweist. Viele Winzer sind deshalb auf Kunststoffbehälter umgestiegen. Unsere Weinprobe kommt somit aus Holzfässern. Leider gibt es keine große Auswahl an lieblichen Weinen. Dafür aber eine nette Auswahl an lieblich leckeren Likören. 12 Fläschchen Wein und ein paar Fläschchen Likör wechseln aus dem Keller ins Abendlicht, das inzwischen Ellenz einhüllt und entschwinden im Kofferraum eines Kias aus dem Märkischen Kreis.

Tipp:
Birgit Dehren, 56821 Ellenz- Poltersdorf, Moselweinstr. 16, Tel: 02673 1630

Im Hotel herrscht erwartungsfrohe Unruhe, denn die Engländer sind noch nicht eingetrudelt. Eigentlich sollten die Inselbewohner um 20 Uhr das Hotel überfallen, doch die Busse stehen im Stau. Wahrscheinlich wird der Koch jetzt zusammen mit seinen 100 Essen wahnsinnig. Wir entschließen uns, das Schauspiel genüsslich zu betrachten und Flüssigkeiten zu uns zu nehmen – Wein, Bier und solche Sachen. Natürlich denken wir auch an den armen Alleinunterhalter, den wir etwas unterhalten. Um 22 Uhr erfolgt dann doch noch die Invasion der englisch sprechenden Reisegesellschaft. Das noch nicht optimal beschilderte Hotel scheint unsere neuen Gäste zu verwirren. Zimmersuchend trabt ein Engländer mit Riesenkoffer an uns vorbei, kurz darauf von der anderen Seite wieder, aber jetzt schon merklich zur Kofferseite hin gebeugt. Wenig später erscheint er wieder bei uns, allerdings jetzt mit der Reiseleiterin und steigt wieder die Treppe hoch. Andere steigen in den Aufzug, fahren rauf, steigen dann aber doch wieder unten aus, um in den unteren Räumen ihr Zimmer zu suchen. Da das Hotel noch ein Gästehaus auf der anderen Straßenseite besitzt, ist die englische Verwirrung perfekt.
Mit englischer Ruhe und Humor löst sich aber alles auf und nun müssen 100 Essen an hungrige Mäuler verteilt werden. Unser Alleinunterhalter hat jetzt 100 Zuhörer mehr und beginnt lustige Lieder zur Laute, nee, zum Keyboard zu singen. Marion und ich haben inzwischen einen etwas höheren Alkoholspiegel erreicht und beschließen kurzfristig Ostern einzuleiten und lustiges Eiersuchen im Bett zu spielen.

BildeinblendungTipp:
Ray Karel
Alleinunterhalter
http://www.alleinunterhalter-in-trier.de/