Ostern in Herborn

Unseren Osterurlaub 2017 haben wir in Herborn gebucht.
BildeinblendungHerborn, werdet ihr nun fragen. Ja, es war nichts anderes mehr zu bekommen und ehrlich, Herborn ist echt schön. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg betrieb die historische Fachwerkstadt hochtrabende Werbung und bezeichnete sich als „Nassauisches Rothenburg“.
Als Unterkunft haben wir uns das 4 Sterne Hotel Gutshof Herborn auserwählt. Natürlich haben wir ein Angebot des Hotels für die Ostertage in Anspruch genommen. So können wir uns die Sterne leisten. Die Anfahrt nach Herborn erinnert uns an den Unfall, der Herborn bekannt machte. Am 7. Juli 1987 um etwa 20:45 Uhr konnte ein Tanklastwagen auf der abschüssigen Strecke wegen technischer Probleme nicht mehr bremsen und fuhr in ein Haus.

34000 Liter Kraftstoff flossen aus und füllten die Kanalisation. Die folgende Explosion setzte zwölf Häuser in Brand und entzündete auch das Benzin, das in den Fluss Dill geflossen war. Ein riesiger Brand wütete. Sechs Menschen starben, 38 wurden verletzt.
Heute sollen Notfallspuren mit Kiesbett solche Unfälle vermeiden. Wir kommen aber nicht über diese Straße nach Herborn zum Hotel Gutshof. Zuerst haben wir den Eindruck in ein Industriegebiet zu kommen. Einkaufszentren und Gewerbegebäude füllen unseren Blick, bevor er das Hotel ausmacht. Wir fahren über den vorderen Parkplatz zum Haupteingang und melden uns an. Eine nette junge Dame erklärt uns die Abläufe und weist uns den Weg ins Nebengebäude. Das Hotel hat eine stattliche Größe, immerhin soll es einmal ein historischer Gutshof gewesen sein. In der früheren Scheune, gegenüber des Haupthauses, befindet sich nun das Restaurant, die Braustube. Hier wird übrigens wirklich noch leckeres Bier gebraut und verkauft, ich werde es probieren. Prost.
Vorher müssen wir aber unser Zimmer beziehen, das sich im 1. OG des Nebengebäudes befindet. Eine Metall-Notausgangstreppe verspricht Abkürzung und so nutzen wir für den Koffer- und Taschentransport diese Treppe. Für Hund Tobi erweist sich die Treppe mit Lochblechen als Stufen allerdings als böse Falle. Der Arme bleibt mit einer Kralle hängen und reißt sie sich aus. Humpelnd wackelt er ins Zimmer und hinterlässt blutige Pfotenabdrücke auf dem Laminatboden, die Marion schnellstens wieder wegwischt, bevor sie eintrocknen. Tobi hat sich zwischenzeitlich entschlossen, seine verletzte Pfote zu lecken. Somit beginnt unser Osterurlaub mit Aufregung statt Erholung und für Tobi mit Schmerzen. Er wird den Urlaub mit vorsichtigen Humpelschritten durchschreiten.
BildeinblendungHeute humpelt er erst mal mit uns in Richtung Spielplatz, denn dort treffen wir Familie Schäfer. Der kleine Sohnemann hat den Osterpreis unseres Vereins gewonnen und wir übergeben den Preis. Da die Schäfers nur wenige Kilometer von Herborn entfernt wohnen, passte das zufällig gut. Vor dem „Brauhaus“ setzen wir uns alle in die Sonne, bestellen Getränke und erzählen.
Dann müssen die Schäfers wieder heim und wir ins Brauhaus Essen fassen. Abendessen gibt es vom Buffet und dafür müssen die Ostergäste ins Obergeschoss. Hier werden wir etwas holperig und mit einem Glas Sekt empfangen. Wir sind früh, doch andere sind noch früher. Im riesigen Saal mit langen Tischreihen überfällt mich Bierzeltfeeling, aber nicht unbedingt Osterfeeling. Na ja, was solls, warten wir aufs Buffet und trinken erst einmal ein hausgemachtes Bier. Prost. Das Buffet besteht aus Vorsuppe, zwei Hauptgerichten zur Auswahl und Nachspeise. Also schnappe ich mir mein Süppchen, schleppe es durch den Saal zum nackten Holztisch. Eine Tischdecke würde den Eindruck von Bierzelt etwas lindern. Okay, die wäre wahrscheinlich auch schnell eingesaut. Das Bier schmeckt und ich spüle damit das Hauptgericht runter, um mich dann den diversen Dessertvariationen zu widmen.
Rund und voll fallen wir ins Bett. Nacht.