GoslarSamstag:
Wenn der Führer kommt

Wir haben ja wieder einmal Stadtführung durch Goslar und dürfen daher zeitig aus den Federn. Meine himmelblauen Augen sind deshalb noch etwas müde. Das Frühstück stärkt uns für den neuen Tag. Auf nach Goslar.
Marion hat gestern einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe der Kaiserpfalz gesehen, den wir jetzt ansteuern. Treue Leser werden wissen, dass Marions „in der Nähe" immer mit Vorsicht zu genießen ist. Aber diesmal tippeln wir durch Grünanlagen und an der Stadtmauer entlang und sind schon nach ein paar Minuten an der Domvorhalle, dem Treffpunkt .


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Im Moment treffen wir allerdings niemanden. Kein Mensch, der aussieht als wolle er eine Stadtführung machen. Uns schwant Böses.
Die Zeit vergeht führerlos und langsam stellen sich unsere Nackenhaare in die Waagerechte.
Marion ruft die Lodge an. Dort ist man wieder einmal recht betreten und ahnungslos. Angeblich sollen 20 weitere Touristen am Domvorhallenplatz der Dinge harren. Die Dame ruft uns gleich zurück. Na dann!
Wahrscheinlich stehen die anderen 20 Urlauber auf der Domplatte in Köln, aber nicht hier in Goslar an der Domvorhalle.
Die Dame ruft zurück und teilt uns mit, dass unser Führer gleich da ist.
Wir schlucken den Brocken!

GoslarDann kommt ein sehr aufgelöster Herr schnellen Schrittes und etwas außer Atem bei uns an.
Er hatte alles, nur keinen Termin für eine Stadtführung für die Gäste der Lodge. Wir glauben ihm das ohne Weiteres, denn es sind und waren keine anderen Gäste am Treffpunkt. Das können wir ihm versichern, immerhin stehen wir uns lange genug die Beine in den Bauch.
Der Führer, Herr Moritz, erzählt uns jetzt nicht irgendwas von - zu wenig Gäste – und geht wieder. Nein, der Mann hat Charakter und nimmt uns zwei Entdecker mit auf eine Stadttour der besonderen Art. Wir erhalten so eine sehr informative Einzelführung, denn unser Stadtführer ist hauptberuflich Archäologe. So erfahren wir eine Menge über die Stadtgeschichte, über die Bauphasen der Häuser und dass noch lange nicht alles Geschichtliche wirklich geklärt ist. Angereichert mit lustigen Anekdoten, z.B. die des Dukatenkackers an der Wand eines Gebäudes, wird die Stadtführung zum Erlebnis. Wir können daher die Führung mit Herrn Moritz nur wärmstens empfehlen.

C Peter G.A. Hölterhhoff

Hintergrundinfo:

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