Besuch bei Sabine_11Unser langes Maiwochenende werden wir in Frankreich verbringen. Marion Freundin lebt in der Nähe von Meaux und wir wollen sie besuchen. Mittwochnachmittag starten wir den 600 Kilometer Trip. Auch Tobi, unser Hund darf mit.

Regen begleitet unsere Fahrt und um Köln herum hängen wir in den ersten Ferienstaus. In Belgien schläfern die vier, um die 14 Kilometer langen Baustellen ein. Als wir die Mautstation in Frankreich erreichen und uns die Maut um 11,90 Euro ärmer macht, dämmert es schon. Um elf Uhr herum schlagen wir im kleinen Dorf bei Meaux ein.


Sabine, Marion Freundin erwartet uns schon. Sie und ihre Tochter haben mit dem Abendessen extra gewartet. Um diese Uhrzeit zu essen ist allerdings hier nichts Besonderes. Bei Sabine werden wir uns an das späte Essen gewöhnen müssen.
Bevor wir uns über eine grüne Suppe hermachen, bringen wir noch schnell unsere Sachen hoch ins Obergeschoss und machen uns frisch.
Nach dem Essen wird noch etwas Geklönt und ein Glas Wein getrunken. Um halb eins schlägt dann aber doch die Stunde des Schlafens. Für morgen wurde ausschlafen vereinbart.

Besuch bei Sabine_9Donnerstag
Tobi hält sich nicht an die Vereinbarung und weckt mich um 8 Uhr durch freundliches Gesichtlecken und den „Ich muss mal“ Augenaufschlag. Das Frühstück wird, wie das Abendessen etwas später eingenommen und bildet somit einen sonnigen Übergang ins Mittagessen. Auf dem Besichtigungsplan steht für heute Meaux.
Sabine hat sich als unsere Führerin angeboten und so bekommen wir ohne viel herumsuchen einen Parkplatz in Meaux (Meaux wird übrigens MO gesprochen).
Meaux ist der Hauptort des Arrondissement mit etwa 53000 Einwohnern. Ein Arrondissement entspricht in etwa einem deutschen Landkreis. Paris ist 40 Kilometer entfernt und viele Einwohner pendeln dort hin. Meaux liegt idyllisch in einer Marne – Schleife und am Canal de l’Ourcq. Hier wird der weltbekannte Brie de Meaux hergestellt, eine leckere Käsesorte.

Den Käse probieren wir jetzt nicht, sondern wir werden uns mal wieder auf eine kleine Stadterkundung begeben. Das alte Domkapitel und den Garten Bossuett besichtigen Marion und ich allein, denn leider ist der Zutritt für Hunde verboten und Sabine passt auf die Hunde auf. Die alten Stadtmauern schützten früher die Stadt mit der Kathedrale St. Etienne und dem Bischofspalast, der heute das Musée Bossuet beherbergt. Trotzdem bekam Meaux in den Kriegen eine Menge ab.
Die Kathedrale mit der spätgotischen Fassade lockt uns zu einer Innenbesichtigung.

Hoch wölbt sich das lichtdurchdrungene Mittelteil zum Altar hin. In der Kathedrale befindet sich das Grab des Redners Bossuet, des Adlers von Meaux.
Sabine führt uns an der Marne entlang zum „Strand von Meaux“, einem kleinen angelegten Sandabschnitt mit Spielplatz. Dann erforschen wir die Flusslandschaft. Wunderschön angelegte Wege und Stege führen uns vorbei an Wasserflächen, Schwänen, Bisamratten und Enten. Ein Muss für Naturliebhaber.
Apropos Muss – ich muss schon seit einer Weile, aber verkneife es mir. Meine weibliche Begleitung probiert allerdings diese tolle Toilette am Strand aus. Eine „komm rein, mach die Tür zu und komm nie wieder raus“ Toilette, auch automatisches WC genannt. Da steht dann eine meiner holden Weibchen draußen an der Tür und passt auf, dass die andere Dame nicht auf ewig im Häuschen bleibe. Vive la France.

Nach drei Stunden durch Meaux tippeln qualmen mir langsam die Socken. Die Mädels besorgen noch Kuchen in einer kleinen Bäckerei und ich bekomme eine Dose Mineralwasser in die Hand gedrückt. Meine Blase freut sich über die zusätzliche Flüssigkeit. Zurück in Sabines Haus belege ich erst einmal das WC für einige Minuten Stauwasser ablassen.
Da mit uns auch die Sonne nach Frankreich gekommen ist, können wir den Kuchen im Garten essen. Tobi hat sich mit Trefle, Sabines Hündin angefreundet, - Trefle sich allerdings weniger mit Tobi.