Elefantenladen

Der Goldene ReiterIn Dresden_157Den Tag lassen wir beschaulich weiter an uns vorbeiziehen.

Der goldene Mann auf dem goldenen Pferd strahlt im Sonnenschein und schaut hinter uns her, als wir uns die Geschäfte ansehen. Marion entdeckt einen kleinen Seifenladen, an dem wir nicht vorübergehen, sondern wir lassen uns von den Düften einseifen und ins Seifenland führen. Die freundliche Besitzerin begrüßt uns und berät Marion bei der Seifenauswahl. Ich gebe inzwischen und dazwischen dummes Zeug von mir und stelle intelligente Fragen, wie:

 „Kann man sich damit auch waschen?"


Größere Karte anzeigen

Marion kauft Seife und eine hübsche Porzellanseifenschale mit Figur dran.

World Trade CenterApropos Porzellan. Wir entdecken einen Meissenoutlet. Porzellan der teuren Sorte, richtig teuer. Ich schlendere mit meiner Kameratasche durch die höchst leichtsinnig drapierte, zerbrechliche Ware. Kameratasche und Meissenerporzellan, da bekomme selbst ich Schweißperlen auf die Stirn. Ich überlege, wie hoch meine Haftpflichtversicherung ausgelegt ist und komme zum Resultat, dass ein Kamertaschenumschmeißdominoeffekt die Deckungsgrenze wahrscheinlich sprengen wird. Also gebe ich mir Mühe, nicht zum Tier zu werden. Na, was schon für ein Tier? Elefant natürlich, und zwar der im Porzellanladen.

Aufatmen als wir aus den Laden treten- nichts zerbrochen.

Auf unseren Wegen fanden wir fragwürdige Dinge:

Das World Trade Center- mitten in Dresden?

In den Ampeln wohnen kleine Männchen, rote und grüne – warum haben wir in NRW nicht diese hübschen Ampelbewohner?

Fahrradfahrer, die Touristen in Anhängern durch die Gegend ziehen. Rischkas oder Selbstkasteiung?

Warum ist Dresdens Altstadt, Altstadt, wo doch fast alles neu ist?

Fragen, die die Welt bewegen und auch uns eigentlich egal sind.

Dresden ist eben etwas Besonderes. Und so schlendern wir durch die Straßen und Gassen und lassen die Fragezeichen Fragezeichen sein.

Noch einmal in die Linie 7 steigen, noch einmal in der Tenne essen, noch einmal eine Nacht im Kim Hotel schlafen.

Morgen werden wir wieder deutsche Autobahnen bevölkern.

Aber auf dem Weg nach Hause werden wir noch einen kleinen Abstecher zur Wartburg machen. Ihr dürft natürlich wieder dabei sein.