Fr. 10.07.15
Wenn Mann bei Wind nicht pickeln darf

BildeinblendungUnsere Urlaubswoche in Rügen ist zu Ende. Aber wir haben ja noch eine Ferienwohnung in der Nähe von Boltenhagen, in Damshagen gebucht. Wir entschließen uns für die Fahrt entlang der Darß- Halbinsel. Wir fahren über den Rügendamm und steuern dann auf Zingst zu. Der Wind bläst immer noch anständig übers Land. Wir rutschen an Zingst vorbei nach Prerow. Da ist nichts los und so machen wir kehrt und erreichen wieder Zingst bei Nieselwetterstimmung. Wir fahren auf der Strandstraße in Zingst ein. Der Morgenkaffee möchte meinen Körper wieder verlassen und daher suchen wir uns einen Parkplatz.

Den finden wir und nun beginnt die, „wo kann ich mal müssen“ Suche. Der Wind erzählt mir kein Lied, aber dringt durch meine Hose, was nicht unbedingt hilfreich ist. Endlich, ein öffentliches Häuschen zeigt die bekannten Piktogramme. Erfreut strebe ich den Türen der Herren zu und stelle fest, hier darf man in eine Automatik Geld einwerfen, wenn man denn muss. Allerdings hapert es bei mir mit dem Kleingeld und dieser Umstand treibt mir kleine Schweißperlen auf meine Stirn, denn ich habe inzwischen das Gefühl, ich könnte die Körperflüssigkeit schon gurgeln. Der Wind begleitet mich zum nächsten Restaurant oder Imbiss, ich kann es nicht so genau erkennen. Freundlich frage ich, ob ich die Toilette benutzen darf. Die junge Lady schaut mich an, als würde ich schon auf ihre Schuhe pinkeln und meint, die Öffentliche wäre da drüben. Ich erkläre ihr, dass ich keine 50 Cent habe, die die Automatik von mir haben will. Ich frage, ob sie mir 10 Euro wechseln könne, was sie verneint. Aber wenn ich 1 – 2 Euro hätte, könnte ich „ihr“ WC benutzen. Ich sage, ich habe 2 Euro und die könne sie doch sicher wechseln, was sie dann auch sehr mürrisch macht. Ich schreite kopfschüttelnd zum öffentlichen WC, werfe das Geld ein und stehe in einer unreinen Kabine mit versauten Edelstahlbecken. Auf das Ding werde ich mich sicher nicht setzen. Das Wort unverschämt geht mir durch den Kopf. Liebe Zingster, ihr solltet lernen, das Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Sauberkeit Faktoren für Umsatz mit Touristen sind. Abzocke wird euch auf Dauer keine wirkliche Hilfe sein. Mich werdet ihr bestimmt nicht wiedersehen.

 

Wir schauen uns noch etwas um aber das Wetter ist uns zu bescheiden und der Ort wirft uns nicht um. Vielleicht liegt es daran, dass ich verärgert bin und selbst der Raddampfer mich nicht aufmuntern kann. Also fahren wir weiter nach Ahrenshoop.