04.08.12
Kapitel 12

Ein Fass Brause

bild_2Natürlich darf ein Besuch des KaDeWe, des größten Warenhauses des europäischen Kontinents (Aussage auf der Website) nicht fehlen. Marion schleift mich deshalb auch in dieses Riesending. Die Lebensmittelabteilung ist bombastisch. Was es alles Essbares gibt!

Diesen Essenstempel nennen wir besser Feinkostabteilung oder auch Feinschmeckeretage. An etlichen Feinkostständen kann man direkt essen. Ein älterer Herr haut sich einen großen Teller rohen Fisch, auch Suchi genannt, ins Gesicht.

Hier im Kaufhaus des Westens ( der Name hat nichts mit Ost- und Westdeutschland zu tun, sondern bezieht sich auf den städtebaulichen „neuen Westen“ Berlins) ist seit 1907 ein gehobenes Sortiment Programm. Das ist vom Gründer Jandorf auch so geplant. Er wollte ein Kaufhaus für die oberen 10000 eröffnen.

Deshalb zahle ich für eine Currywurst Spezial auch mal eben 5 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und soll ich euch etwas verraten? Die Currywurst an der Wurstbude in Friedrichshain hat besser geschmeckt.

Die Feinkostabteilung ist die zweitgrößte Lebensmittelabteilung der Welt. Wer da durchläuft muss einfach Hunger bekommen. Das KaDeWe hat insgesamt eine Fläche von ca. 60000 qm. Die laufen wir allerdings nicht ab, denn wir wollen noch ins Nikolaiviertel.

Bild_12Unser Weg führt uns daher zum östlichen Ufer der Spree, zum ältesten Wohnviertel Berlins Bild_3mit der Nikolaikirche als Wegweiser.

Dieser wirklich hübsche Stadtteil gefällt mir. Wir schlendern durch die kleinen Straßen und Gassen. Ein Café lädt zum Verweilen ein und wir bestellen uns einen Apfelkuchen. Gegenüber, an einem Kneipenfenster, sehe ich ein Schild, auf dem etwas von Fassbrause steht. Fassbrause? Das kann doch nur ein anderer Name für Bier sein. Neugierig schwinge ich mich ans Fenster und frage nach. Doch die Antwort ist ernüchternd. Es ist tatsächlich Brause und zwar Brause aus dem Fass. Da nehme ich dann doch lieber das Bier vom Fass. Prost.

Marion will das Brausezeug aber unbedingt probieren und bestellt sich ein Glas voll. Ich nippe auch mal dran. Okay, kann man trinken.

Bild_6Am Eingang der Nikolaikirche steht der Gründungsbrunnen mit dem Wappen Bild_19und natürlich dem Bären. Bären finden sich hier in rauen Mengen und in allen Formen, denn an der Ecke befindet sich ein Laden, der die Bärchen verkauft. Am Ufer der Spree finden wir ein Brauhaus. Tische und Bänke stehen am Ufer. Hier genehmige ich mir ein im Brauhaus hergestelltes Bierchen und proste dem alten Georg zu, der hoch zu Ross den Drachen besiegt. Da es sich um ein Denkmal handelt, prostet der Kerl natürlich nicht zurück.

Das Zillemuseum ist hier im Viertel ebenfalls zu finden.

Die Nikolaikirche ist uns einen Blick wert und deshalb dürfen wir mal wieder zahlen. Na, dann zahle ich auch gleich für die Fotolizenz.

Die älteste Kirche Berlins hat für meine Kamera einiges zu bieten. In der Kirche befinden sich ebenfalls Ausstellungsbereiche.

Die Kirche wurde um 1230 erbaut und trägt den Namen des heiligen Nikolaus von Myra.