04.08.12
Kapitel 11

Baustellen-Checkpoint

Ein neuer Tag erwacht und mit ihm auch wir Wildschweinjäger.

Bild_3Um Frühstück zu fassen, müssen wir über den Hof in den kleinen Frühstücksraum, der auch gleichzeitig als Rezeption dient. Die Einrichtung und die Dekoration erinnert an Venedig. Das Frühstück ist okay und der gute Mann an der Rezeption auch. Er gibt uns reichlich Tipps. Der Tipp mit den Ort der 2000 Biersorten ist natürlich für mich der Hit. Vormerken.

Bild_4Marion hat unseren Tag mal wieder voll gepackt. Als erstes werden wir mit der U-Bahn unter der Stadt entlangfahren. In der Station „Kaiserin Augusta Straße“ steigen wir in das Tunnelgefährt und gebremst werden wir dann an der Station „Hallesches Tor“ durch eine Baustelle. Aber da wollen wir erst einmal sowieso aussteigen., denn wir müssen immer noch die Spreefahrt mit dem Schiff abklären. Trotzdem schauen wir schon einmal nach, wie wir anschließend weiter kommen. Am U-Bahnhof hängen Schilder mit Hinweisen. Aber wohin die weisen können wir nicht so ganz nachvollziehen. Irgendwas von Pendelbus, irgendwas von 500 Meter Fußweg, irgendwas von Pendelverkehr. Marion meint, „du kannst mir erzählen was du willst, diese Karte da hängt verkehrt herum, die kann so gar nicht stimmen!“

Meine Antwort, „Okay, mach einen Handstand“, bringt mir einen Knuff in die Seite ein.

So machen wir uns nach dem Besuch der Schiffsanlegestelle zu Fuß auf den Weg nach Checkpoint Charlie.
Bild_3Checkpoint Charlie, der Punkt in Berlin, der Welten voneinander trennte.

Sie verlassen den amerikanischen Sektor, prangt auf dem alten Schild.

Checkpoint Charlie, war ein Grenzübergang (einer von dreien) der besonderen Art. Der Kontrollpunkt wurde 1961 eingerichtet. Er durfte nur von bestimmten Personen, wie Botschaftsangehörige oder Ausländern benutzt werden. Er verband den amerikanischen mit den sowjetischen Sektor.

Marion kennt den Checkpoint Charlie noch von früher als Schreckensszenario Für mich ist es nur noch eine Touristenattraktion, denn ich bin das erste Mal in Berlin.

Bild_7In der Freilichtgalerie, die sich hier ebenfalls befindet, lassen wir die Bilder der Mauer, der auf der Flucht Ermordeten, der Machtdemonstration, den Wahnsinn auf uns wirken.

Unser Weg führt weiter zum Gendarmenmarkt. Das Konzerthaus und die beiden Dome liegen im schönsten Sonnenlicht. Manch einer sagt, es wäre der schönste Platz Berlins. Wenn ich meine Blicke so in die Runde gleiten lasse, möchte ich dies glatt bestätigen.

Bild_16Oh, da steht ja noch ein Dichter und Denker – Friedrich Schillers Denkmal leuchtet ebenfalls im Licht der deutschen Verehrung.

Beim Anblick dieses großen Dichters vibriert mein Herz und Fanfaren erschallen. Nee, mein Handy klingelt. Marion fragt, wo ich mich herumtreibe. Irgendwie muss ich einen Alleingang gestartet haben.