02.08.12
Kapitel 6

mit Brand am Tor

Bild_6Auf dem Weg zum Brandenburger Tor stoßen wir auf viereckige Betonklötze. 2711 Stück, um genau zu sein. Auf einer riesigen Fläche stehen sie grau und geordnet, mit langen, durchgehenden „Gängen“ zwischen den Stelen. Es ist das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“. Die grauen Stelen sollen an Sarkophag- Gräber jüdischer Friedhöfe erinnern.

Mein Blick über die Straße bleibt an der Quadriga auf dem Brandenburger Tor hängen. Das Tor, das einst die Grenze zwischen DDR und BRD markierte, ist unser neues Ziel.

Wir nähern uns von der Seite aus dem Tor und erst nachdem ich mich am Tor in Richtung Bild_6Freiheitsstatue und auf die Straße des 17. Juni zu bewege und mich dann umdrehe, liegt das Tor in voller Pracht vor mir: 26 Meter hoch, 65 Meter breit und 11 Meter tief.

Als Krönung oben auf dem Tor steht die Siegesgöttin Viktoria auf dem Wagen, gezogen von vier Pferden, die Quadriga. Von meinem Standpunkt aus, sehe ich die geflügelte Dame zuerst einmal nur von hinten. Meine Dame, Marion, sehe ich nicht mehr. Sie hat sich unter dem Tor niedergelassen.
Mein Fotoapparat feiert wieder ein Freudenfest. Den Blick durch das Tor auf den Pariser Platz gerichtet, bewege ich mich und meinen Körper hinterher, also dem Blick hinterher.

Bild_16Auf dem Pariser Platz kann ich die Viktoria dann auch von vorne betrachten und den Pferden ins Auge sehen. Auf dem Platz überfällt mich die Gewissheit, dass ich gleich an Flüssigkeitsmangel sterben werde, falls ich nicht umgehend einen Brunnen leertrinke. Marion hält mir alternativ eine kleine Flasche Mineralwasser an die Lippen.

Auf dem Platz findet derweil ein makaberes Schauspiel statt. Zwei Herren in sowjetischer und Bild_10amerikanischer Uniform samt entsprechender Fahnen lassen sich mit Touristen für die Ewigkeit ablichten.

Marion will noch die Schiffsanlegestellen an der Museumsinsel zwecks Kartenreservierung unserer Spreefahrt aufsuchen. Wir werden daher nicht „Unter den Linden“ unter den Linden wandeln.