01.08.12

Kapitel 2

Welcome in Berlin

Bild_4Nachdem wir uns im Zimmer eingerichtet und etwas frisch gemacht haben, schlendern wir zum S- Bahnhof. Menschen strömen in beiden Richtungen an uns vorbei. Ein Imbissstand preist Berliner Currywurst an. Ich mache mir schon mal für Wurstessen einen Merker ins Gehirn. Es geht über die Eisenbahnbrücke und dann treppab zum Bahnsteig der S-Bahn.

Da wir Entdecker nicht wissen, wie wir an die Welcome-Card kommen, fragen wir einen Kartenautomaten. Der sagt uns, dass es 2 verschiedene Karten gibt und das Ganze ist für unsere Hitze geschädigten Kleinhirne zu kompliziert. Also fragen wir ein nettes, menschliches, weibliches Wesen um Rat. Die Dame zeigt auf den Automaten und sagt:

 „Bekommen Sie alle dort“.

Wir wollen aber nicht alle, nur die Welcome-Card oder die andere und wo ist der Unterschied und überhaupt sind wir eventuell unfähig, denke ich so vor mich hin.

Meinem treuen Dackelblick kann die Dame nicht widerstehen und so begleitet sie uns zum Automaten. Sie drückt hier und dort, erzählt was von Infozeichen und schwupp, zeigt uns der Automat die Informationen zu den Karten. Etwas peinlich berührt machen wir den Zahlemann und verdrücken uns in die nächste S-Bahn Richtung Berlin.

Nur ein paar Stationen weiter sind wir schon mitten im Großstadtdschungel.
Wir betreten den Alexanderplatz, berühmt geworden durch Döblins Buch, „Berlin Alexanderplatz“

Bild_10Da gerade ein Fest vorbereitet wird, stehen Verkaufsbuden aller Art auf dem Platz herum. Marion sucht verzweifelt den Fernsehturm. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, so geht es auch ihr. Das Riesending ist eigentlich gar nicht zu übersehen.
Hier finden wir das Alexa, Berlins größtes Einkaufscenter, das wir aber links – oder war es rechts? - liegen lassen.

Mit der Buslinie 100 machen wir die erste Erkundungsfahrt.

(guck mal, boh, ist das warm, schwitzen, staunen).

Bild_13Die Linie 100 kann als kleiner Stadtrundfahrtersatz missbraucht werden. Die Linie führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.Wir missbrauchen den Bus.

Wie ich mir Berlin so betrachte, meldet mein Gehirn schon mal vorsichtshalber ein „da kannst du laufen bis Füße weh tun, Peter“.

Zur Bestätigung wirft mich Marion aus dem Bus und kurz darauf bewegen sich unsere Schuhe in Richtung Gedächtniskirche. Marion erzählt was vom Kudamm, aber ich sehe weder Kühe noch einen Damm. Das wirft die Frage auf: Hat die Spree einen Damm und warum grasen darauf Kühe und keine Schafe?

Marion verdreht die Augen: „Peter, das ist der Kurfürstendamm, die Berliner sagen dazu Kudamm“

Bild_1Ach so! Da grasen also Kurfürsten. Ich entgehe der Ohrfeige nur mit einem beherzten Sprung ins Museum der Gedächtniskirche. Die Gedächtniskirche selbst ist nur noch eine Ruine und dient als Mahnmal gegen den Krieg. Im Museum finden sich noch einige Mosaike und andere Dinge, die erhalten bzw. restauriert wurden. Bilder dokumentieren die Geschichte der einst feudalen Kirche, die genau Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche heißt.

Neben der Ruine wurde die neue Kirche errichtet. Ich werde mal schauen, was ich da so finde. Ich öffne die Tür und betrete einen Raum, der in blaues Licht getaucht ist. Plötzlich ist der Lärm der Großstadt verstummt Ruhe umgibt Marion und mich. Wir bestaunen diesen Raum der Ruhe.20000 Glasfenster befinden sich in den Wänden und füllen den Raum mit getöntem Sonnenlicht.

Bild_21Das vor der Wand schwebende Kruzifix von Karl Hemmeter scheint die Arme zur Begrüßung auszubreiten und uns willkommen zu heißen.

Welcome in Berlin!