13.05.2015
2) Türkisch Ballenstedt

BildeinblendungLeider können wir im Gasthof nicht zu Abend essen, das hätten wir vorher anmelden müssen. So schlendern wir durch Ballenstedt in Richtung Schloss, das nur 300 Meter entfernt, aber auf einem Hügel liegt. Marion nimmt Kurs auf den früheren Großen Gasthof, der jetzt das Schlosshotel bildet. Das Restaurant zieht sie magisch an und deshalb habe ich nun ein Erklärungsproblem. Ich habe für meine Holde eine Überraschung für morgen vorbereiten lassen und daher muss ich ihr nun das Schlosshotelrestaurant für heute ausreden. Tobi hilft, denn ich kann behaupten, Tobi dürfe in diesen 4 Sterne- Verwöhntempel nicht hinein. Puh, noch mal gut gegangen.

Schon heute Nachmittag wäre ich beinahe aufgefallen, als ich mich Pups imitierend ins Bad zurückzog, um nachzufragen, ob die Überraschung klappen würde. Plötzlich konnte meine schwerhörige Frau durch die Badtür hören und fragte, mit wem ich gesprochen hätte. Na, wenigstens hatte sie nichts vom Gespräch verstanden. 

Wir machen also wieder kehrt und gehen die schön gestaltete Allee hinunter. Links führt eine Fahrspur rauf bis zum Schlosshotel und rechts führt eine Fahrspur hinunter zur Stadtmitte. Zwischen diesen Fahrspuren befindet sich ein asphaltierter Fußgängerbereich, der rechts und links von Rasenstreifen flankiert wird. Auf diesen Rasenstreifen stehen in regelmäßigen Abständen kleine Kastanienbäume. Im Moment blühen die Bäume und werfen klebrige Blüten ab, die bei Tobi unter und zwischen seinen Pfoten klebend hängen bleiben. Verständlicherweise findet unser ganzkörperbehaarter Freund das gar nicht lustig. So richtig gehfreudig sind wir heute also alle Drei nicht mehr. Umso erfreuter registrieren wir den türkischen Imbiss, der auf der linken Seite sein Dasein fristet. Da draußen Tische und Stühle stehen, entschließen wir uns, den noch freien Tisch zu erobern. Zwei weitere Tische sind schon von einheimischen Dialektsprechern erobert worden.

Marion zeigt sich von ihrer lieben Seite und begibt sich zum Bestellen in den Innenbereich. Mit einer Flasche Bier für ihren, auch so allerliebsten Mann erscheint sie wieder am Tisch. Dann tut sich lange nichts mehr. Wir hegen die Vermutung, dass der Schnellimbiss eventuell ein Schleichaußenbiss ist. Doch, da, es kommt, das Essen, das wir später mit Bläh und dünn bezahlen werden. Vorher allerdings mit Euro.

Wir schleichen zurück zum Gasthof, bekommen noch ein Schlückchen Bier und Wein im Gastraum und sagen dann: „ Gute Nacht Ballenstedt“.