BildeinblendungNach 8 Wochen Reha braucht der Körper etwas Abstand. Daher entschließen wir uns kurzfristig, zwischen Weihnachten und Neujahr die heimischen Gefilde zu verlassen. Wir möchten nicht zu weit weg und haben uns ein Angebot in Bad Salzuflen geangelt. Der Kreis Lippe ist Marions frühere Heimat und dort liegt auch Bad Salzuflen. Für Marion ist die Auszeit somit fast heimatnah.
Gebucht haben wir ein Doppelzimmer im Riedhotel. Leider stellt sich heraus, dass das Hotel doch ziemlich weit außerhalb vom Zentrum liegt.

Über einen besseren Feldweg führen die letzten Meter zum Hotel. Das markante Rieddach ist schon aus einiger Entfernung zu sehen, kurz darauf auch der Parkplatz. Es begrüßt uns feuchte Kälte. In der Eingangshalle begrüßt uns eine weitere Kälte, weiblich, schwarzhaarig, mit den Worten:“ Sie sagten doch, der Hund wäre klein.“ Zeitgleich schießen laut kläffend zwei wollknäuelähnliche Minihunde in die Halle. Sie gehören der freundlichen Begrüßungsdame, ihres Zeichens Besitzerin des Hotels. Ein bisschen Hundegeplänkel folgt und danach ziehen wir in unser Zimmer im 1. Stock.
Mein Astralleib meldet eine leichte Schwäche, deshalb sind wir erst einmal faul. Abends essen wir im Hotel. Mein Körper sendet weitere Warnsignale und nachts hat es mich voll erwischt. Schüttelfrost schüttelt mich und Fieber erhitzt die Bettdecke. Morgens bin ich etwas nasenläufig beim Frühstück, das übrigens ganz gut ist. Wir sehen noch einen gedeckten Tisch, somit sind wir nicht allein als Gäste im Hotel.
BildeinblendungIch verschlafe fast den ganzen restlichen Tag. Schließlich bin ich Mann und muss meine Männererkältung fein stöhnend genießen. Die Nacht wird etwas unruhig, da meine Nase entweder läuft oder zusitzt. Zum Glück hat Marion Nasenspray mit. Es rettet mich über die Nacht.
Der nächste Tag ist ein kalter Tag aber immerhin schmecken mir die Brötchen und der Kaffee. Meine Nase hat sich allerdings in einen Dauerläufer verwandelt. Ein russisches Pärchen mit Tochter frühstückt ebenfalls. Sie sind mit einem Großraumporsche angereist. Ich sollte nach Russland ausreisen. Aber erst einmal werde ich nach Salzuflens City einreisen.
Wir besuchen die Kuranlagen mit der Saline, denn die Salzluft soll gut gegen Schleimnasen sein. Nun ja, Saline ist nicht ganz richtig, denn das Bauwerk nennt sich Gradierwerk. Drei davon gibt es in Salzuflen. Sie sind insgesamt stattliche 300 Meter lang. Über dicke Schwarzdorn-Bündel rieselt salzhaltiges Wasser, die Sole, aus luftiger Höhe herab. Dadurch wird die Luft mit Salz angereichert und die ziehe ich mir jetzt durch die Nase. Das feuchte Salzzeug löst den Schleim und reinigt Peters Nase. Zumindest wird das behauptet.
Leichter Schneeregen treibt uns ins Café Rosengarten, direkt an der Saline. Aufwärmen, Kaffee trinken, Kuchen essen. Ich fühle mich, wie in Saline eingebaut, also bescheiden. Die Erkältung will nicht weichen, also weichen wir zurück ins Hotel. Ein paar Stunden Augen schließen helfen dann doch und das Abendessen stärkt den Körper. Die Besitzerin entpuppt sich doch als recht nett und verwöhnt Tobi.
Das nächste Frühstück ist nicht so sehr mit Nasenlaufen bestückt. Daher können wir jetzt Bad Salzuflen etwas näher betrachten. Wir schlendern durch die, einst vom Salz mit Reichtum gesegnete, Stadt. Noch heute zeugen das alte Rathaus und die prachtvollen Bürgerhäuser im Stil der Weserrenaissance von dieser Zeit des weißen Goldes. Reich verzierte Fachwerkhäuser lassen uns staunen. Marion muss natürlich wieder shoppen, derweil schlendern Tobi und ich langsam weiter. Wirklich fit bin ich noch nicht und ich fühle mich geschlaucht. Reha und Schnupfen knabbern an mir rum. Schleichen wir also zurück. Morgen geht’s wieder heim.
So wirklich konnte ich die paar Tage Salzuflen nicht genießen und freue mich daher auf die Heimfahrt.