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Video Kobern
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Kobern-Gondorf

ist eine Ortsgemeinde und ein Weinort an der Untermosel im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz und seit 1976 Sitz der Verbandsgemeinde Untermosel.

Die Ortsgemeinde Kobern-Gondorf entstand im Jahr 1969 durch Zusammenschluss der Ortsteile Kobern und Gondorf. Im Jahr 1970 schloss der Ortsteil Dreckenach sich der Ortsgemeinde an. Außer den drei größeren Ortsteilen gehören noch einige auf den Moselhöhen liegende kleinere Siedlungen und Höfe zur Gemeinde.

Neben insgesamt vier Burgen hat sich in den Ortsteilen Kobern und Gondorf in erheblichem Umfang mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Im Verlauf der Straßen im Ortsteil Kobern lässt sich noch heute die mittelalterliche Straßenanordnung gut erkennen. Kobern war vermutlich befestigt. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts waren Reste zerfallener Tore erkennbar. Zum Erscheinungsbild des Ortsteils Kobern schreibt Johann August Klein in seinem Buch Das Moseltal zwischen Koblenz und Zell, Koblenz 1831, Seite 74 ff. , folgendes:

Gegenüber schneiden zwei Thäler in das hohe, schroffe Gebirg ein......Zwischen beiden breitet sich die anmuthige Ortschaft Cobern längst dem Gestade aus. Reste zerfallener Thore zeigen, dass sie fest war....Regelmäßige Straßen laufen nach einem Platze, wo sich das Rathaus befindet.

Die Ortsteile Kobern und Gondorf liegen am linken Moselufer etwa 17 Kilometer von Koblenz und etwa 33 Kilometer von Cochem entfernt. Nachbargemeinden sind moselaufwärts Lehmen und moselabwärts Winningen. Auf der anderen Moselseite liegen Niederfell und Dieblich.

Kobern und Gondorf liegen am Prallhang des Dieblicher Moselbogens auf der Schwemmfläche mehrer aus dem Maifeld einmündender Bäche und am zum Maifeld aufsteigenden Hang. Aufgrund der niedrigen Höhe ist vor allen Dingen der historische Ortskern des Ortsteils Kobern häufig von Hochwasser betroffen.

Ausdehnung des Gemeindegebietes

Die Ortsteile Kobern und Gondorf ziehen sich über eine Länge von etwa 3 Kilometern am Moselufer entlang. Der Ortsteil Dreckenach liegt abseits der Mosel auf dem Maifeld am Nothbach. Insgesamt zählen über 25 Wohnplätze zur Gemeinde, meist Siedlungen und Höfe auf den Moselhöhen.

Klima

Wie auch andere Gemeinden der Untermosel liegt Kobern-Gondorf klimatisch begünstigt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands.

Geschichte

Aus vorgeschichtlicher Zeit finden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Kobern-Gondorf Grabhügelfelder und der Goloring, vermutlich eine Kultstätte. Die Ortsteile Kobern und Gondorf waren, wie zahlreiche Funde belegen, schon in römischer und fränkischer Zeit besiedelt.

Ortsteil Kobern

In einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Egbert von Trier zu Gunsten des Benediktinerklosters Sankt Marien wird Kobern im Jahr 980 als coverna erstmals erwähnt. Es gibt jedoch in weiteren Urkunden Hinweise, die auf eine frühere Existenz des Ortes schließen lassen. So wurde in einem zwischen 751 und 768 verfassten Lebenslauf des Heiligen Maximin im Zusammenhang mit dem Heiligen Lubentius, dem Koberner Pfarrpatron, der Ort cubrunum erwähnt.

Ortsteil Gondorf

Erstmals urkundlich erwähnt wird Gondorf als condrovia im Jahr 871. Auch für den Ortsteil Gondorf gibt es aber ältere Hinweise. In einem Reisebericht aus dem Jahr 560 ist von einer Ortschaft namens contrua die Rede. In der bereits oben erwähnten Schenkungsurkunde aus dem Jahr 980 wird die Schreibweise gontreve verwendet.

Das Schloss stammt aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und war der Stammsitz der Fürsten von Leyen. Werner von Leyen wurde 1272 urkundlich erwähnt als Gondorfer Oberherr. Der Ort hieß damals Guntreve.

Gondorf wird im Trierer Feuerbuch von 1563 (hrsg. von Brommer, S. 164) mit 20 Feuerstätten im Amt Münstermaifeld aufgeführt.

Ortsteil Dreckenach

Der Ortsteil Dreckenach wurde 1030 als drachenacha erstmals urkundlich erwähnt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Seit einigen Jahren gibt es ein kleines Theater in der Winzerscheune. In der zur Oberburg gehörenden Matthiaskapelle finden in unregelmäßigen Abständen Konzerte statt.

Bauwerke

Ortsteil Kobern

  • Oberhalb des Ortes liegt auf einem Bergsporn die Oberburg aus dem 12. Jahrhundert. Zur Burg gehört als bedeutendstes Bauwerk der Gemeinde Kobern-Gondorf die Matthiaskapelle, die zwischen 1220 und 1240 erbaut wurde. Hier soll nach dem fünften (sechsten) Kreuzzug das Haupt des Apostels Matthias als religiöse Reliquie verwahrt worden sein.
  • Unterhalb der Oberburg, aber auf dem gleichen Bergsporn, liegt die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammende Niederburg.
  • Am unteren Ausläufer des Bergsporns findet sich ein allein stehender Turm. Er diente schon der ersten Koberner Pfarrkirche, die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammte und in der Nähe des heutigen Friedhofs stand, als Glockenturm. Diese Funktion erfüllt der Turm heute noch für die neue Pfarrkirche.
  • Die Koberner Pfarrkirche ist dem Heiligen Lubentius geweiht und wurde in den Jahren 1827 und 1828 als Saalkirche nach Plänen von Johann Claudius von Lassaulx erbaut. Die Kirche selbst hat keinen Turm, sondern nur einen Dachreiter. Die drei Glocken befinden sich in dem am Berghang stehenden Glockenturm.
  • Die gotische Dreikönigskapelle auf dem Koberner Friedhof stammt aus der Zeit um 1420 bis 1440. Im Innern haben sich Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert erhalten.
  • Im Ortskern in der Nähe des Marktplatzes befindet sich in der Kirchstraße ein gotisches Fachwerkhaus. Es handelt sich um einen Hof des Klosters Sankt Marien. Aus Untersuchungen des zum Bau verwendeten Holzes lässt sich darauf schließen, das dieses Haus bereits in den Jahren 1320 bis 1321 erbaut wurde. Damit ist es eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser in Rheinland-Pfalz.
  • Am anderen Ende des Marktplatzes in der Peterstraße liegt der so genannte Rittersaal. Dieser ist Teil eines gotischen Burghauses der Familie Romilian. Reste des zur Anlage gehörenden Turms befinden sich in unmittelbarer Nähe.

 

Ortsteil Gondorf

  • Unmittelbar am Moselufer liegt der Stammsitz der fürstlichen Familie von der Leyen, Schloss Gondorf, die so genannte Oberburg, mit Bauteilen aus Gotik und Renaissance.
  • Die Niederburg am nordöstlichen Ortsrand entstand aus einem romanischen Wohnturm, den im 19. Jahrhundert der Kölner Architekt Vincenz Statz umbaute. Sie trägt den Namen Schloss Liebieg nach einem damaligen Besitzer.

 

Ortsteil Dreckenach

  • Auf einer felsigen Anhöhe über dem Nothbachtal steht die 1840 erbaute Kirche Sankt Hubertus.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich am ersten Wochenende im Juli findet das Wein- und Burgenfest im Ortsteil Kobern statt. Darüber hinaus feiert jeder Ortsteil seine eigene Kirmes und sein eigenes Feuerwehrfest.

  • Alle zwei Jahre findet am Dienstag nach Rosenmontag ein Karnevalsumzug statt.

Infos zur Matthiaskapelle (pdf)

Bilder der Matthiaskapelle in der Bildergalerie >>

 
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